Rheinfelden Brandfall zur Probe der Feuerwehr Rheinfelden läuft tadellos ab

Die Rheinfelder Feuerwehr übt den Ernstfall im leer stehenden Haus Sandel mit Personenrettung als herbstliche Abschlussübung.

Für einiges Aufsehen hat am Montag die Abschlussübung der Feuerwehr Rheinfelden gesorgt. Die Abteilung hatte die Übung mit vier Fahrzeugen und 27 Einsatzkräften mitten in der Nollinger Straße neben dem Rewe abgehalten. Angenommen wurde ein Kellerbrand mit sechs vermissten Personen, darunter einem Kind.

Gegen 18.30 Uhr hat Kai Böhler, der die Übung mit Kommandant Enrico Leipzig ausgearbeitet hat, die beiden Nebelmaschinen in dem leer stehenden Gebäude eingeschaltet, in dem sich früher der Tafelladen befand. Diese erzeugten einen künstlichen Rauch, der schon bald aus den oberen Stockwerken drang. Dies sorgte bei einigen Passanten für einen gehörigen Schrecken, obwohl Böhler gut sichtbar in seiner Einsatzkleidung vor dem Gebäude stand. „Ich musste in den paar Minuten sicher 15 Leute davon abhalten, den Notruf anzurufen“, erzählte er mit einem Lachen. Aber selbst wenn ihm einer durch die Lappen gegangen wäre, die Leitstelle in Lörrach war informiert und hätte die Anrufer beruhigt.

Um 18.45 Uhr wurden die Einsatzkräfte mit dem Stichwort „Gebäudebrand, mehrere vermisste Personen“ über Funk aus dem Gerätehaus abgerufen. Danach ging alles Schlag auf Schlag, zwei Minuten nach der Alarmierung war der Einsatzleitwagen vor Ort, innerhalb der nächsten drei Minuten der komplette Löschzug mit zwei Löschfahrzeugen und Drehleiter.

Hier zeigte Leipzig ein beeindruckendes schauspielerisches Talent und spielte überzeugend den Familienvater, dessen Angehörige sich noch im Gebäude befinden. Damit sorgte er für ein paar Schweißperlen auf der Stirn von Thomas Kieper, der die Einsatzleitung hatte und versuchte, alle wichtigen Informationen von ihm zu erfragen.

Sofort wurden von zwei Seiten aus vier Trupps unter Atemschutz in das komplett verrauchte Gebäude geschickt, um den Brand im Keller zu bekämpfen und die vermissten Personen aus den oberen Stockwerken zu retten. Bei nahezu null Sicht war es keine leichte Aufgabe, die vier verwinkelten Wohnungen und den Dachboden abzusuchen. Hier ist es wichtig, dass die Trupps immer mit einem Schlauch vorgehen und zusammen bleiben. Sollten sie sich in dem dichten Rauch verlaufen, bei dem man nicht die Hand vor Augen sieht, können sie entlang der Schlauchleitung den Rückweg finden.

Gleichzeitig wurden die Straße halbseitig gesperrt und die Drehleiter so vor dem Gebäude in Stellung gebracht, dass zwei Seiten des Gebäudes mit dem Korb zu erreichen waren. Die erste Person konnte bereits nach zehn Minuten gefunden werden, die letzte nach 20 Minuten. Wobei diese auch recht hinterhältig versteckt war: „Ich muss meine Leute natürlich auch fordern, von daher habe wir eine der Puppen in einem hinteren Badezimmer in die Wanne gelegt, wenn man da bei der schlechten Sicht nicht genau sucht, kann man sie leicht übersehen“, erklärte Leipzig.

Nachdem die Vermissten gefunden waren, war die Arbeit für die Trupps noch lange nicht vorbei, mussten doch die knapp 90 Kilo schweren Puppen aus dem Gebäude gerettet werden. Dies erfolgte teils über die Drehleiter oder durch Heraustragen. Kurz darauf meldeten die Trupps aus dem Keller „Feuer aus“, sodass die Übung erfolgreich beendet wurde. „Ich bin mit der Übung super zufrieden, es wurde sauber gearbeitet und die Leute haben schnell und routiniert zusammengearbeitet“, freute sich Leipzig.

Gegen 20 Uhr war alles abgebaut, auch wenn es dann im Gerätehaus sicher noch mal eine dreiviertel Stunde dauerte, bis alle Fahrzeuge wieder komplett aufgerüstet und einsatzbereit waren.

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