Laut Nuß werde der Brunnen, der nach einer Inschrift aus dem Jahr 1866 stammt, weder im Stadtarchiv, noch in den Stadtgeschichten oder in den Aufzeichnungen der Evangelischen und Altkatholischen Gemeinde erwähnt.

In einem Schreiben an die Presse erläutert Nuß die Geschichte hinter dem historischen Fund: Im Mai dieses Jahres habe Bernhard Brutsche ihm mitgeteilt, dass er eine Entdeckung an der Adelbergkirche gemacht habe und darum gebeten, dass Nuß sich diese mal genauer anschaue. Das tat dieser dann auch. In den Büschen, etwa 20 Meter von der Kirche entfernt, stießen die beiden Männer auf einen Betonsteindeckel, der nach einem Brunnendeckel aussah.

Gemeinsam habe man sich einen Weg durch die „Heckenwildnis“ gebahnt, ausgerüstet mit einer Taschenlampe und einem langen Seil. Da sie mit dem Seil erst nach etwa 17 bis 18 Metern auf Grund stießen, waren sich die beiden Männer sicher, dass es sich „ganz eindeutig“ um einen Tiefbrunnen handelt, schreibt Nuß.

Da auf dem Betonsteindeckel die Jahreszahl „1866“ zu entziffern war, geht Nuß davon aus, dass es sich um einen Brunnen des ehemaligen „Ottschen Landwirts“ handelt. Aus den Akten zur Adelbergkirche gehe nämlich hervor, dass die Kirche auf den Grundmauern des damaligen Ökonomiegebäudes des Landwirts erbaut wurde.

Daraufhin habe Nuß versucht, wie er weiter schreibt, mehr über das „Ottsche Gelände“ zu erfahren. Dabei sei er jedoch wenig erfolgreich gewesen. Weder im Stadtarchiv, noch in den Stadtgeschichten sei er fündig geworden, ebenso wenig in den Aufzeichnungen der Evangelischen und Altkatholischen Gemeinde. Auch im Internet sei er nicht weitergekommen. Nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung und einer weiteren Untersuchung vor Ort erlangten die Entdecker im Oktober dann aber endlich Gewissheit: Neben der Zahl 1866 kam nun deutlich der Schriftzug „Ottsche Landwesen“ zum Vorschein. Damit wurde klar: Bei dem Fund handelt es sich tatsächlich um einen Brunnen des damaligen Landwirtschaftsbetriebes und damit um den ersten Tiefbrunnen auf dem Grundstück der jetzigen Stadt Rheinfelden/Baden.

Nuß pocht nun darauf, das historische Bauwerk bei der geplanten Gestaltung des Vorplatzes der Kirche zu berücksichtigen. „Hier sollte nun dringend die genaue Führung der Treppe und die genaue Lage des Tiefbrunnen festgestellt werden, bevor dort Bauarbeiten weitergeführt werden“, schreibt er. Die Treppe soll von der Adelbergstraße zur Kirche führen.