Viel Lob, viel Ehr‘, viel Musik und einige Überraschungen gab es bei der Verabschiedung des langjährigen Musikschulleiters Norbert Dietrich im Bürgersaal. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt den in Ruhestand tretenden Dietrich mit der Verdienstmedaille in Silber der Stadt aus. Der 65-Jährige war sichtlich gerührt und überwältigt von dieser hohen Ehrung: „Mit so etwas hätte ich nie gerechnet. Das haut mich schier um.“

Weggefährten und Persönlichkeiten aus Kommunalpolitik, Kultur, Schulen und Wirtschaft würdigten das Engagement und die vorbildliche Arbeit des Musikpädagogen, der mehr als 30 Jahre an der Spitze der Musikschule stand. In seiner Laudatio zeichnete Eberhardt den „konsequenten und außergewöhnlichen Berufs- und Lebensweg“ Dietrichs nach. Unter Dietrichs Leitung der Musikschule sei der Aufbau einer Erfolgsgeschichte gelungen. Eberhardt hob die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit Dietrichs im Landesverband der Musikschulen und seinen Einsatz bei der Einführung des Bildungsprogramms „Singen-Bewegen-Sprechen“ hervor, eine Kooperation zwischen Musikschulen und Kindergärten. Doch nicht nur als Musikschulleiter habe Dietrich Wesentliches für Rheinfelden bewirkt, sondern auch im ehrenamtlichen Einsatz in der Bürgerstiftung, deren Vorsitzender er seit 2013 ist. Seit 2004 ist Dietrich auch im Vorstand des Vereins Haus Salmegg als wichtige Stütze aktiv. Zielgerichtet in der Arbeit, „ideenreich, abwägend, durchdacht im Vorgehen, angenehm in der Kommunikation“, werde Dietrich für seine menschlichen Qualitäten hoch geschätzt, so Eberhardt vor der Verleihung der Silbernen Verdienstmedaille.

Friedrich-Koh Dolge, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes deutscher Musikschulen und des Landesverbands, würdigte Dietrichs Wirken auf Landesebene. Der Geehrte habe er die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg wesentlich mitgestaltet und geprägt. Es sei Dietrichs Werk, dass die Musikschule einen so hohen Stellenwert habe.

Das Saxophonensemble gestaltete die Verabschiedung mit.
Das Saxophonensemble gestaltete die Verabschiedung mit. | Bild: Roswitha Frey

In persönlichen Worten wandte sich der Regionalvorsitzende Werner Hilpert an Dietrich: „Wir können uns die Musikschule ohne dich gar nicht vorstellen“. Dietrich habe als Vordenker, Vorbild und Visionär die Musikschule vorangebracht, sei Ansprechpartner für die Kollegen gewesen und könne eine Bilanz vorweisen, wie man sie sich nicht besser wünschen könne. Im Namen der Musiklehrer dankte Betriebsrat Martin Fischer dem scheidenden Chef und sprach vom vorbildlichen Klima an der Musikschule, von Vertrauen, Einverständnis und Konsens zwischen Dietrich und dem Kollegium.

Birgit Barth, geschäftsführende Schulleiterin der Rheinfelder Schulen, würdigte Dietrichs Arbeit bei den Kooperationen mit Schulen, Kindergärten und Musikvereinen. Aktuell seien in der Stadt 900 Schüler in Kooperationen mit der Musikschule eingebunden. Diese ausgeprägte Breitenarbeit sei Dietrichs Werk. Nachfolger Bernward Braun erzählte vom herzlichen Empfang, der Hilfsbereitschaft und dem wertvollen Rat Dietrichs, der ihm den Start sehr erleichtere. Er könne auf dessen vorbildliche Arbeit aufbauen und „eine innerlich und äußerlich bestens aufgestellte Schule“ übernehmen.

Den Reigen der Redner beschloss Vorsitzender Dieter Burger, der Dietrich für die „offene, transparente, faire und konstruktive Zusammenarbeit“ in den vielen Jahren dankte. Dietrich wurde zum Ehrenmitglied der Musikschule ernannt.

Dieses viele Lob gab Dietrich weiter an die Mitstreiter, die Stadt, den Verein und die Verbände. „Ich bin von Herzen dankbar, dass ich die Musikschule so lange leiten und ausbauen konnte“, sagte er und dankte seiner Ehefrau Beate für die Unterstützung. Es sei Zeit, die Geschicke in jüngere Hände zu legen. „Ich gehe nicht mit Wehmut, auch wenn mich dieser Abend emotional sehr berührt, und freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt.“ Mit stehenden Ovationen drückten die Gäste ihre Wertschätzung aus.

Ensembles der Musikschule bereicherten die Verabschiedung: Das Jugendsalonorchester unter Thomas Himmler stimmte schwungvoll ein, das Streichorchester unter Monika Kordowich spielte Stücke aus der Renaissance, das Querflötenensemble „Tutti Flauti“ von Christine Schäfer und das Saxophonensemble um Ralf Geisler brillierten, Denis Liske (Klavier) und Matthias Haller (Schlagzeug) begeisterten mit einer Gershwin-Improvisation und zum Schluss trat das Lehrersalonorchester mit beschwingten Salonstücken auf – auf besonderen Wunsch Dietrichs.