Der Klimawandel macht sich auch auf den Streuobstwiesen des Dinkelbergs bemerkbar. Zahlreiche Baumarten sterben, wie Heiner Lohmann von der BUND-Ortsgruppe bei einer Baumpflege-Aktion in Nordschwaben erklärte. Entgegenwirken will der BUND mit einer Offensive, die die Pflege der alten Baumsorten in den Mittelpunkt stellt. Dass dies keine subjektive Wahrnehmung ist, wurde auch von seitens des Landratsamts bestätigt, so Lohmann. Man sei gezwungen, neue Bäume zu pflanzen.

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Aufgrund des auf der Streuobstwiese vorherrschenden Mikroklimas hätten indes die Apfelbäume gut getragen, selbst wenn anderswo die Apfelernte zu einem Totalausfall wurde. Dies sei beispielsweise vor zwei Jahren der Fall gewesen, als aufgrund von eisiger Kälte auf der Wiese in Nordschwaben viele Äpfel geerntet werden konnten, während in anderen Regionen die Körbe leer blieben.

Regelmäßige Baumschnitte

Regelmäßige Baumschnitte hätten einen positiven Effekt auf die Streuobstwiese und die Artenvielfalt. Initiativen dazu gab es bereits vor einigen Jahren mit Kursen seitens des Landratsamts und unter der Federführung des TRUZ (Trinationales Umweltzentrum). Mit Bedauern nimmt Heiner Lohmann jedoch zur Kenntnis, dass seit einiger Zeit von Seiten der Stadt kein Geld mehr für Bäume auf Streuobstwiesen an die Landwirte bezahlt werden. Auch dies habe dazu geführt, dass immer weniger Landwirte Obstbäume auf Streuobstwiesen pflegen würden.

Auf den richtigen Schnitt kommt es an

Dies sei umso bedauerlicher, als dass die Streuobstwiesen auch zu den geschützten Flachlandmähwiesen zählen würden, die nach FFH-Richtlinien (Fauna, Flora Habitat) geschützt seien. Bei der Aktion am Samstag wurden die Obstbäume so geschnitten, dass die Haupttriebe, die für das Tragen der Früchte maßgeblich sind, erhalten bleiben. Nebentriebe oder sogenannte Wassertriebe wurden wie auch die wilden Triebe am Fuße der Bäume abgeschnitten. Das erleichtere auch das Mähen der Wiese. Im März soll dann ein weiterer Pflegeschnitt erfolgen.