Der BUND Hochrhein hat in Zusammenarbeit mit der Abteilung Stadtplanung- und Umwelt der Stadt eine Wanderung organisiert, um die Auswirkungen der geplanten A 98.5 auf den Offenlandbereich von Karsau und Minseln zu erläutern. Die zweistündige Wanderung wurde geführt vom Biologen Holger Mette-Christ, der maßgebend am Umweltgutachten des Freiburger Planungsbüros „faktorgrün“ im Rahmen der Offenlage der A 98.5-Pläne im Januar mitgewirkt hat. 24 Teilnehmer konnte von BUND-Mitglied Sibylle Jung in Vertretung des Geschäftsführers des BUND-Regionalverbands Hochrhein, Uli Faigle.

Start der Wanderung war am alten Kickplatz Karsau, über den die A 98.5 in Zukunft in einem 80 Meter breiten Graben verlaufen soll. Mette-Christ machte dort auf die immensen Auswirkungen des Autobahngrabens aufmerksam, der einen großen Biotopbereich massiv durchschneiden wird. Auswirkungen auf Flora und Fauna, besonders auf streng geschützte Arten wie die Bechstein-Fledermaus, Milan und andere wurden geschildert. Diese Eingriffe könnten durch eine möglichst vollständige Überdeckelung der A 98.5 Trasse mit 1000 Meter Länge in diesem Bereich gemildert werden und der hiesige, typische Landschaftscharakter bliebe erhalten. Diese Forderungen wurden durch die BI Sprecher Uwe Tittmann und Klaus Weber wiederholt und durch die weiteren anwesenden Bürger unterstützt. Der Druck auf die Behörden und Planer, hier nachzubessern, müsse aufrecht erhalten bleiben.

Die Wanderung ging zur Kreisstraße Karsau/Minseln. Westlich davon, „im Letten“, wird die geplante Autobahn auf Grund der Topologie auf einem 70 Meter langen Damm verlaufen und damit von Minseln aus frei sichtbar sein. „Dieser bestehende Biotopverbund, zu dem dieser Teil des Dinkelbergs gehört, verläuft in einer Nord-Süd Achse und ist als intakter Offenlandbereich am Hochrhein ziemlich einmalig“, so Mette-Christ. „Die bisher geplante 80 Meter Grünbrücke an dieser Kreisstraße Karsau/Minseln, auf der dann auch die Kreisstraße selbst verläuft, lässt nur rund 50 Meter Grün übrig. Dies sei für eine freie Bewegung der Tierwelt völlig ungenügend. Die BI Tunnel begrüßte die Forderung der Stadt Rheinfelden und des Kreistags nach einer 400 Meter Überdeckelung von der Kreisstraße bis zum Sportplatz Karsau, fordert aber nach wie vor eine Überdeckelung der gesamten Strecke westlich und östlich der Kreisstraße in einer Länge von 1000 Metern für einen optimalen Schutz der Landschaft, der Flora und der Fauna und der anwohnenden Bürger.

Die Wanderung ging weiter zum Gewann Mausloch in der Nähe der A 98.4 Baustelle. Dieses Gewann soll mit A 98-Erdaushub bis zu 40 Meter hoch aufgefüllt werden. Obwohl noch nicht genehmigt, will man hier Material der Erdrutsche im Bereich der im Bau befindlichen A 98.4 deponieren.

Weitere Erdrutsche werden durch die Bürgerinitiative befürchtet. Das Gewann „Mausloch“ ist laut Mette-Christ naturschützerisch wertvoll auf Grund der besonderen Pflanzen-und Tiervorkommen, und der Kalktuffquellen. Auch werden negative Auswirkungen auf das FFH Gebiet in unmittelbarer Nähe befürchtet.