Auch wenn sich der Winter mit wenig Schnee in der großen Kreisstadt bisher als gnädig erwiesen hat, geht den Technischen Diensten die Arbeit nicht aus. Im Gegenteil: Leiter Siegfried von Au und sein Team sehen sich einigen personellen Herausforderungen gegenüber.

Städtischer Betrieb beschäftigt 55 Mitarbeiter

Die Personalkosten der Stadt steigen 2019 um knapp 1,6 Millionen Euro zum Vorjahr auf einen neuen Rekordwert von rund 20 Millionen Euro an (wir berichteten). Dabei handelt es sich um tarifliche Steigerungen, aber auch um Stellenmehrungen in mehreren Abteilungen der Verwaltung. Ganz ohne zusätzliche Kräfte müssen die Technischen Dienste auskommen, die mit von Au und drei Auszubildenden in der Gärtnerei 55 Leute zählen. 17 Kräfte sind im Bereich der Gärtnerei tätig und 34 im Werkhof.

Rheinfeldens Abteilung hat einen guten Ruf

Gleichzeitig wird bei gleichbleibendem Personalbestand die Arbeit mehr. „Es kommen zum Beispiel neue Gewerbe- und Wohngebiete dazu, die auch betreut sein wollen“, sagt von Au. Für eine Stadt in der Größe Rheinfeldens mit mehreren teils weiter entfernten Ortsteilen befinde man sich im Vergleich mit anderen Städten bei der Personalbesetzung im unteren Drittel. Um alle Aufgaben erledigen zu können, steht Optimierung ganz oben auf der Aufgabenliste.

Die Technischen Dienste Rheinfeldens haben einen hervorragenden Ruf. Beschwerden gibt es selten. Diesen Standard möchte von Au auch in Zukunft erhalten. Um das zu schaffen, wird ständig an verschiedensten Stellschrauben gedreht, etwa durch eine Optimierung der Routen der Kehrmaschine oder mit der Anschaffung von Fahrzeugen, die für mehr als eine Aufgabe variabel genutzt werden können.

Kehrmaschinen nehmen 380 Tonnen Unrat auf

Gerade im Bereich Sauberkeit wurden 2018 im unter Abteilungsleitung von Matthias Huber stehenden Werkhof einige wichtige Anpassungen vorgenommen. Bis Ende des Jahres hatte Rheinfelden seine große Reinigungsmaschine an einem Tag der Woche verliehen. „Seit Anfang des Jahres arbeiten wir nicht mehr in Grenzach-Wyhlen“, so von Au. Damit bleibt eine höhere Kehrleistung für Rheinfelden und seine Ortsteile. Wie diese optimal eingesetzt werden kann, wird gerade ermittelt. Die Kehrmaschinen bringen rund 380 Tonnen Kehricht von ihren Einsätzen zurück. Zu entsorgen sind weiterhin rund 200 Tonnen Müll, den fünf Mitarbeiter in Vollzeit aus 260 kommunalen Mülleimern einsammeln.

Instandhaltung ist auch ein großer Arbeitsbereich

Ein zweiter Bereich ist die Instandhaltung. Dazu gehören etwa die 180 Spielgeräte auf den 26 kommunalen Spielplätzen oder mehr als 200 Transportaufträge etwa für Umzüge innerhalb der Verwaltung. Ebenfalls zeitaufwändig ist der Bereich Straßenbeleuchtung. Drei Elektriker sind für rund 8000 Lichtpunkte zuständig. Davon sind mittlerweile 3000 auf LED-Technik umgestellt. Die Laternen müssen ebenfalls geprüft und gewartet werden, die LED-Technik ist aber nicht nur energiesparender, sondern oft auch langlebiger als alte Beleuchtungen.

Stadtgärtnerei hat nicht nur im Sommer viel zu tun

Auch in der zweiten Abteilung, der Stadtgärtnerei unter Leitung von Hans-Georg Bruttel, gibt es viel zu tun. Neben eigener Anzucht, Bepflanzung und beständiger Pflege der Grünflächen im Sommer, bietet auch der Winter genug Aufgaben. „Dass wir bisher vom Winterdienst verschont wurden, half uns, vieles aufzuarbeiten“, so von Au. Die Stadtgärtner seien mit Grünflächenpflege, Reparaturen und Baumfällarbeiten ausgelastet. Innerhalb des Baumkatasters wurden rund 10 000 Bäume kontrolliert und die Ergebnisse in den Kataster eingetragen.

Neuer Lastwagen mit modularem System

„Wir sehen es als Herausforderung, mit den gegebenen personellen Ressourcen unsere hohen Standards halten zu können“, sagte von Au im Gespräch. Die Optimierung sei mittlerweile weit vorangeschritten. So kommt etwa 2019 ein neuer Lastwagen mit einem modularen System. Innerhalb von nur 15 Minuten kann aus einem Muldenlaster etwa ein Streufahrzeug gemacht werden. Das Fahrzeug wurde im Haushaltsjahr 2018 gekauft und soll in diesem Jahr geliefert werden.

Manche Arbeiten erledigen Fremdfirmen

Manchmal müsse man Aufgaben an Fremdfirmen vergeben. „Ich habe den Entscheidungsspielraum, Aufträge von Ämtern abzulehnen, wenn zu erkennen ist, dass eine Firma die Leistung besser machen kann“, so von Au. Kleine Asphaltschäden könne der Werkhof reparieren, bei größeren hätten Fachfirmen das bessere Gerät. Als anderes Beispiel nennt er das Reinigen von Gullis und Schächten. Die Technischen Dienste betreuen 175 Kilometer Kanalnetz. Fachfirmen könnten für wenige Euro pro Schachteimer arbeiten. „Dafür müssten wir uns sehr strecken“, so von Au. Also schaue man zu, solche Leistungen zu vergeben, um das eigene Personal anderweitig einzusetzen.

Hohe Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter

Entscheidend für die Technischen Dienste ist die hohe Einsatzbereitschaft aller Mitarbeiter, der für die Bevölkerung nicht immer sichtbar sei. Ein Beispiel: Sechs Kollegen reinigten am Neujahrstag um 7 Uhr die alte Rheinbrücke, während alle, die dort ins neue Jahr gefeiert haben, längst schliefen.