Rheinfelden Architekten gewinnen Hugo-Häring-Preis für Wohnheim des St. Josefshauses

Christiane Armbruster und Heiko Moritz vom Lörracher Architektenbüro Moser haben die Jury überzeugt.

Es war der große Wunsch der Verantwortlichen im St. Josefshaus, dass sich ihr neues Wohngebäude in Herten nicht nur harmonisch in die bestehende Bebauung einfüge. Es sollte auch nicht „wie ein Wohnheim“ aussehen, wie Andreas Lais, Leiter des Gebäudemanagements, erklärt. Christiane Armbruster und Heiko Moritz vom Lörracher Architektenbüro Moser schafften es, ein Gebäude wie vier aussehen zu lassen und gewannen dafür noch einen Preis.

Die 32 Zimmer des neuen Wohnhauses in der Kirchstraße 19 sind in vier Wohngruppen auf zwei Stockwerken mit jeweils einer Küche und zwei Bädern für Bewohner im Rollstuhl oder mit leichter geistiger Behinderung eingerichtet. Das Haus ist allerdings so konzipiert, dass jede Wohngruppe mit wenigen Umbauten geteilt werden kann, um sie langfristig als Familienwohnung mit drei bis vier Zimmern zu nutzen. Deshalb besitzt jede Wohngruppe bereits einen Hinterausgang, der dann zur Haustür würde.

Offensichtlich steht hinter diesem Konzept der Inklusionsgedanke, wenn Behinderte und Nicht-Behinderte unter einem Dach wohnen. Es ist das erste Gebäude des St. Josefshauses mit diesem Grundgedanken. Aber nicht dieses Konzept ist es, das die Jury des Bundes Deutscher Architekten (BDA) in der Kreisgruppe Hochrhein zur Hugo-Häring-Auszeichnung bewegte (siehe Infokasten). „Die beiden Architekten haben es auf Anhieb geschafft, 32 Wohnplätze in vier Häusern unterzubringen, ohne dass der Eindruck eines Wohnheims entsteht“, sagt Lais anerkennend. In einem Wettbewerb hatten vier Büros bis Dezember 2013 Vorschläge eingereicht.

Die vier Häuser sind durch ihre Schrägdächer mit unterschiedlicher Neigung eindeutig als solche erkennbar, baulich jedoch nahtlos miteinander verbunden. Moritz weist auf den Standort des Gebäudes hin, genau an der Grenze des alten Dorfkerns mit steilen Dächern und einer Neubebauung aus den Achtzigern mit flacheren Dächern. Das St.-Josefshaus-Wohnhaus stelle dahingehend einen Übergang da – „und hat trotzdem eine moderne Architektursprache“. Das ursprüngliche Wohnhaus, das an dieser Stelle stand, stammte aus den Sechzigern und konnte laut Lais nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entsprechend umgebaut werden. Das moderne Wohnhaus sei auch in Hinsicht auf Ökologie und Betriebskosten vorbildlich, mit Photovoltaikanlage, Holzpelletheizung, Regenwasserversickerung, elektronischer Schließanlage und LED-Beleuchtung. Spatenstich war im Februar 2015, Einzug vor einem Jahr.

Es ist bereits die zweite Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro Moser nach der Außenstelle der Karl-Rolfus-Schule für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Lörrach 2013. In der Burgfeldstraße baut das St. Josefshaus ein weiteres Haus, in dem die Inklusion von Anfang an festgelegt ist. Das Büro Moser selbst hat bereits mehrere Hugo-Häring-Preise gewonnen. Und auch das St. Josefshaus wurde schon mit einem zweiten Platz ausgezeichnet für das Servicegebäude mit dem Café Grenzenlos. Also nichts Besonderes mehr diese aktuelle Auszeichnung? Auf keinen Fall, sagt Moritz: „Der Preis ist umso wertvoller, weil es bei Wohnhäusern eine ungleich größere Konkurrenz gibt als bei Turnhallen oder anderen öffentlichen Gebäuden. “ Es sei außerdem eine Bestätigung für den Bauherrn, „dass es sich lohnt, mit Architekten zu arbeiten und mehrere Vorschläge einzuholen“. Das bestätigt Lais: „Die Ergebnisse des Wettbewerbs waren ganz unterschiedlich: Wir hatten auch einen Entwurf für einen dreigeschossigen Flachbau – also genau das, was wir nicht wollten.“

Die Auszeichnung

Der Hugo-Häring-Preis ist seit 1969 die Auszeichnung des Landesverbands Baden-Württemberg des Bundes Deutsches Architekten für vorbildliche Bauwerke im Land. Heute wird der Preis alle drei Jahre verliehen (sogenannter „Großer Hugo“), in den Jahren dazwischen eine Auszeichnung auf Ebene der 15 Kreisgruppen („Kleiner Hugo“), wie dieses Jahr eben das Wohngebäude des St. Josefshauses Herten von der Kreisgruppe Hochrhein. Die Architekten müssen ihre Bauwerke selbst bei der Jury einreichen; der Preis ist undotiert. Die „Kleinen Hugos“ kommen automatisch in die Auswahl des Landespreises, der wieder 2018 verliehen wird. Am 10. Juli werden in der Sparkasse Lörrach die Preisträger am Hochrhein ausgestellt.

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