Mehr als 180 Kinder hat der Verein Fair Aid, der die kenianische Hilfsorganisation „Choice for Life“ unterstützt, seit seiner Gründung vor 13 Jahren nach eigenen Angaben bereits unterstützt. Mit vielfältigen Aktionen helfen die Rheinfelder Mitglieder vor allem Kindern, die wegen Aids zu Waisen geworden sind.

Eine kleine Lehmhütte in Kisa

Eine kleine Lehmhütte in Kisa, einem abgelegenen Ort, gut eine Stunde von der quirligen Kreisstadt Kakamega im Westen Kenias entfernt. Hier lebte die zwölfjährige Julia alleine mit ihren beiden jüngeren Geschwistern, beide Eltern sind an Aids verstorben. Sie erledigte die Haus- und Feldarbeit, versorgte die beiden Kleinen und lernte für die Schule. Dabei war sie der ständigen Gefahr ausgeliefert, überfallen zu werden und wehrlos zu sein.

180 Kindern unter die Arme gegriffen

Das ist nun 14 Jahre her. Schicksale wie das von Julia hatten eine Gruppe von Rheinfeldern dazu getrieben, den Verein Fair Aid zu gründen und die kenianische Hilfsorganisation „Choice for Life“ zu unterstützen, wie der Vorsitzende Jörg Mauch berichtet. 180 Kindern habe das Projekt seither unter die Arme gegriffen und in Pflegefamilien untergebracht.

Schulgebühren, Uniformen und Schulessen

Es werden Schulgebühren, Uniformen und Schulessen bezahlt und die medizinische Versorgung sichergestellt. „Über 100 dieser Kinder gehen momentan zur Schule, manche gehen aufs College, sogar eine Universitätsstudentin ist dabei“, schreibt Mauch in einer Mitteilung an die Presse. Andere wiederum hielten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, denn Ausbildungsplätze seien sehr rar. In den drei Sozialarbeitern, der Projektmanagerin und einem großen ehrenamtlichen Team, die sich bei „Choice for Life“ engagieren, fänden die Kinder jederzeit Ansprechpartnerinnen.

Neu im Programm: Nachhilfe für Schüler

Neu sei ein Nachhilfeangebot für die Schulkinder, die in den viel zu großen Schulklassen kaum zum Nachfragen kämen. Einmal in der Woche treffen sie sich in den Räumen von „Choice for Life“. Das Projekt hat sich mittlerweile auf drei Ortschaften ausgedehnt.

„Choice for Life“ organisiert Mikrokredite

Für die Pflegefamilien organisiere „Choice for Life“ darüber hinaus Mikrokredite über ein sogenanntes Tablebanking-System. Dabei kann jede der Familien eigene Einlagen in einen Topf einbringen und in der Gruppe über die Kreditvergabe an einzelne Mitglieder entscheiden. Das Tablebanking sei ebenfalls zur Erfolgsgeschichte geworden, so Mauch. „Es ist toll zu sehen, wie die Menschen ihr Leben selbst in die Hand nehmen, und es somit positiv beeinflussen können. Das macht sie stolz.“

Die Rheinfelder sind tief berührt

Noch bis zum 23. August ist wieder eine siebenköpfige Gruppe von Fair Aid bei „Choice for Life“ in Kenia zu Gast. Die Rheinfelder seien „tief berührt“ gewesen, Julia, der man damals als Zwölfjähriger geholfen hatte, nach so langer Zeit wieder zu treffen. „Vor ihnen stand eine junge Frau im schwarzen Kostüm, geschmackvoll geschminkt und frisiert“, berichtete Mauch vom Zusammentreffen mit der jungen Frau.

Für Julia hat ein neues Leben begonnen

Für sie habe mit der Hilfe von „Choice for Life“ ein neues Leben begonnen, inzwischen hat sie ihre Lehrerausbildung beendet und arbeitet in der Verwaltung einer großen Firma. „Das hat mich sehr bewegt“, erklärt Mauch, der Julia damals in ihrer Hütte besucht hatte, „und es gibt viele solcher Erfolgsgeschichten.“

Sie sind jetzt Lehrer und Kaufleute

Dies unterstreicht auch Friedemann Ries, ehemaliger Lehrer am Georg-Büchner-Gymnasium und ebenfalls Gründungsmitglied von Fair Aid: „Wir können die Früchte der langjährigen Betreuung sehen und treffen ehemalige Waisenkinder an, die mittlerweile Lehrer und Kaufleute sind.“

Freundlichkeit und Dankbarkeit

Tim Kirrmann und Georgia Beavis sind die jüngsten in der Reisegruppe aus Rheinfelden, sie interviewten einige Kinder, um einen Film für die Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland zu drehen. Den beiden wird die Freundlichkeit und die Dankbarkeit der Menschen die sie trafen in Erinnerung bleiben, wie sie berichten. Und natürlich die Geschichten, die sie von den Kindern erfahren haben.

„Wir sind überall herzlich und mit viel Freude empfangen worden und konnten uns davon überzeugen, dass jeder Cent Spende an Fair Aid gut investiert ist und ohne Umwege bei den Waisenkindern ankommt“, resümiert Mauch den Besuch in Kenia.

Informationen im Internet:
http://www.fair-aid-ev.de