Gerade noch so in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Akkordeonorchester gegründet, aber immerhin bereits sieben Jahre nach der Ernennung zur Stadt. Das ergibt zwar kein Jubiläum, aber doch einen guten Anlass, das Jahreskonzert als musikalischen Rückblick zu gestalten. Für jedes Jahrzehnt hat das Orchester einen Titel ausgewählt, markante Stücke, die seit langer Zeit gut bekannt sind.

Zum Auftakt gibt es einen Charleston

Das Programm begann mit einem Charleston und durchquerte mit dem Welthit „In The Mood“ die 30er Jahre. Das war schon ein sehr interessantes Klangerlebnis, den sonst von Bigbands lautstark geblasenen Hit in der Vielfalt eines Akkordeonorchesters zu hören. Für die 40er Jahre setzte das AOR auf Frank Sinatra, bei dem Medley trat auch erstmals Sängerin Sandy Wiliams auf die Bühne. Als geborene Amerikanerin lagen ihr diese Titel gut. Und wer wäre für das große Aufschwung-Jahrzehnt der 50er wohl besser geeignet als Peter Kraus? So war es durchweg eine gelungene Auswahl.

Sängerin Sandy Williams setzt Akzente

Für die Akkordeonspieler bestand nun die große Aufgabe darin, mit vielfältiger Interpretation die alten Titel in die heutige Zeit zu holen und mit ihrem Instrument sehr ansprechend auszugestalten. Das ist gut gelungen, auch mit der vielfachen Unterstützung durch Sandy Williams. Daniela Ruta, jetzt im vierten Jahr Dirigentin, führte die Spieler gekonnt und sicher durch das Programm. Dabei wurde deutlich, wie viele Ideen eingeflossen sind, um die Eigenheiten der Titel herauszuarbeiten. Gut gelungen war auch der Rückblick auf die noch nicht so lange zurückliegenden Jahrzehnte.

InHarmonie mit den Maulburger Musikern

„Sunny“ für die 70er, ein Blues Brother-Medley für die 80er und den Mitreißer „Mambo Nr. 5“ für die 90er. Da war das Publikum dann auch voll dabei, klatschte und sang mit. Shakiras „Objection“ und das träumerische „La La Land“ standen für die Musik diese Jahrhunderts mit voller Konzentration und sichtbarer Spielfreude gestaltet. Das Orchester arbeitet seit mehreren Jahren als Spielgemeinschaft mit dem Harmonika-Orchester Maulburg, eben weil in beiden Orten nicht genügend Spieler für große Konzerte zusammen kommen.

Bereicherung für das kulturelle Leben

Diese Zusammenarbeit stellte auch Landrätin Marion Dammann als gutes Beispiel voran. Überall dort, wo zu wenige Musiker mitspielen, sollte dieser Weg gesucht werden. „Dann gibt es auch weiterhin Potenzial, um sich anspruchsvolleren Aufgaben zu stellen“, sagte sie. Bürgermeisterin Diana Stöcker überbrachte die Glückwünsche der Stadt zum 90-jährigen Bestehen. Das Akkordeonorchester sei eine wertvolle Bereicherung des kulturellen Lebens. Die Bürgermeisterin widmete sich auch der Kompliziertheit des Instruments und wusste zu jedem Buchstaben vom Akkordeon interessante Einzelheiten zu vermitteln.

Laura Könsler moderiert charmant und souverän

Den etwa 170 Zuhörern gefiel das Programm sehr gut, sie erklatschten sich zwei Zugaben. Eine angenehme Bereicherung war die Moderation von Laura Könsler, sie plauderte und schaute nur bei den vielfältigen Fakten zu den Zeiten und zur Musik auf ihren Notizen.

Ehrenbrief für Lotte Lüber und Werner Nuss

Der Verein nutzte das Konzert, um langjährige Mitglieder zu ehren. Großen Beifall erhielten Lotte Lüber und Werner Nuss, die für 80 und 70 Jahre den Ehrenbrief des Vereins erhielten. Bernd Löffler erhielt nach 40 Jahren die Ehrenmitgliedschaft. Weitere Urkunden überreichte der Vorsitzende Dietmar Fink an Ortwin Preuß, Ewald Lützelschwab, Anta Ludwig, Nadine Haas und Heinz Nönninger.