Rheinfelden „Eine der besten Erfahrungen“

Auf einen Kaffee mit… Marius Maulbetsch, der für den Lörracher Verein AFS einen Infoabend zum Thema Auslandsjahr mitorganisiert und selbst ein Jahr in Brasilien verbracht hat. 

Sie arbeiten seit kurzem für das Lörracher Komitee des Vereins AFS Interkulturelle Begegnungen. Was genau macht der Verein in der Region?

Das Komitee ist in der Region Lörrach zuständig für Schüler, die von hier ins Ausland wollen, und für die ausländischen Schüler, die ein Jahr hier verbringen. Es bietet verschiedene Aktivitäten wie Besuche im Klettergarten oder Deutsch-Nachhilfe an und für die Leute, die ins Ausland gehen werden, gibt es spezielle Vorbereitungstreffen.

Am 1. Oktober veranstaltet das Komitee einen Infoabend im Rheinfelder Jugendhaus. An wen richtet sich dieser?

Er richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, die Interesse daran haben, ein Jahr im Ausland zu verbringen.

Und was erwartet die Besucher des Infoabends genau?

Zunächst werden der Verein AFS und dessen Geschichte vorgestellt. Dann wird unter anderem über die Möglichkeiten berichtet, wohin man reisen kann, wie man das Auslandsjahr finanziert – es gibt zum Beispiel Stipendien – und was die Bewerber für Voraussetzungen erfüllen müssen.

Und welche Voraussetzungen sind das?

Der oder die Bewerber(in) sollte Interesse an anderen Kulturen und Menschen haben und den Willen besitzen, sich auf Neues einzulassen.

Können sich die Bewerber aussuchen, in welchem Land sie das Auslandsjahr verbringen?

Nur zum Teil. Aus rund 50 Ländern, die zur Auswahl stehen, können für die Bewerbung fünf ausgewählt und dafür Prioritäten von eins bis fünf erstellt werden. Der Verein wählt dann aus, in welches Land der Bewerber kommt.

Und wovon hängt das ab?

Davon, wann die Bewerbung abgeschickt wurde und ob für dieses Land noch Plätze frei sind.

Welche Länder sind denn bei jungen Leuten besonders beliebt?

Ganz klar die USA, sowie Lateinamerika und Asien.

Sie selbst waren ein Jahr in Brasilien.

Ja, aber das Land war Platz fünf auf meiner Liste.

Und welches war auf Platz eins?

Die USA natürlich.

Bereuen Sie es, dass Sie „nur“ in Brasilien waren?

Im Nachhinein war es sogar die beste Entscheidung nach Brasilien zu gehen, da ich mit Portugiesisch eine komplett neue Sprache gelernt habe und Brasilien zuvor nicht richtig kannte.

Was zählt zu Ihren schönsten Erinnerungen?

Die Amazonas-Reise, die ich gegen Ende meines Auslandsjahres gemacht habe. Es war eine abenteuerliche Bootstour mit vielen interessanten Erlebnissen: das Fangen von Krokodilen, Besuch der Ureinwohner – den Indios – und das Schwimmen mit Flussdelfinen, die Botos heißen. Und eine Übernachtung mitten im Regenwald unter freiem Himmel.

Sie können ein Auslandsjahr also bestens empfehlen?

Auf jeden Fall. Es ist eine der besten Erfahrungen, die man im Leben machen kann. Man lernt so viele neue Sachen und auch sich selber besser kennen. Es heißt, man geht als Jugendlicher hin und kommt als Erwachsener zurück. Und das stimmt. Außerdem ist ein Auslandsjahr für künftige Berufschancen natürlich perfekt.

Zurück zum Infoabend. Können diesen auch Erwachsene besuchen, die Gastschüler bei sich aufnehmen möchten?

Ja, denn immer noch suchen einige Gastschüler deutschlandweit eine Familie. Und zwar ziemlich dringend, weil die Gastschüler so schnell wie möglich in ihr Auslandsjahr starten möchten.

Welche Voraussetzungen müssen Gastfamilien denn erfüllen?

Gastfamilie kann eigentlich jede Familie werden, wichtig sind Aufgeschlossenheit und die Bereitschaft, sich einem jungen Menschen und seiner Kultur zu öffnen. Dazu braucht es kein großes Haus oder Extrazimmer – ein freies Bett und ein Platz am Tisch reichen völlig aus.

Info: Der Verein AFS Interkulturelle Begegnungen hat in den vergangenen 60 Jahren mehr als 350 000 Jugendliche und Gastfamilien zusammengebracht. Das AFS-Komitee Lörrach organisiert am Dienstag, 1. Oktober, um 19 Uhr einen Infoabend zum Thema Auslandsjahr im Jugendhaus im Tutti-Kiesi.

Kontakt: Marius Maulbetsch, E-Mail pr.afs-loerrach@gmx.de, Handy 0157/33 21 08 33

Internet: www.loerrach.afser.de

Zur Person

Marius Maulbetsch ist 17 Jahre alt und lebt in Rheinfelden, wo er das Technische Gymnasium mit dem Fachbereich Umwelttechnik besucht. Neben der Schule arbeitet er ehrenamtlich als PR-Koordinator beim Komitee Lörrach des Vereins AFS Interkulturelle Begegnungen. In seiner Freizeit produziert er Filme für Privatpersonen, Musiker und Vereine und schwimmt beim DLRG-Ortsverein Rheinfelden. (jsc)

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