Rheinfelden 3000-Schritte-Rundweg wird zehn Jahre alt: Er bietet Naherholung vor der Haustür

Gabriele Zissel und Gabriele Birlin-Pflüger sprechen im Interview über den 3000-Schritte-Rundweg, der vor zehn Jahren zur Grün ’07 ins Leben gerufen wurde.

Frau Zissel, Frau Birlin-Pflüger, von wem kam damals die Initiative für den 3000-Schritte-Rundweg und was war das Ziel?

Zissel: Im Prinzip 2006 kam die Idee von der VHS im Rahmen des bundesweiten Präventionsprogramms Gesundheit „Täglich 3000 Schritte extra“. Man war der Meinung, auch in Rheinfelden einen solchen 3000-Schritte-Parcours anlegen zu können. Aber wo? Der Adelberg in Verbindung mit dem schönen Stadtpark, heute Salmegg-Park schien eine Möglichkeit zu sein, auch als Beitrag zur Grün ’07. Wir haben die Strecke abgelaufen und festgestellt: Das funktioniert. Dann haben wir Partner gesucht und gefunden: Die Stadt, Stadtmarketingverein Pro Rheinfelden sowie die BKK, heute MHplus – sie hat die entsprechenden Schilder installiert und unterstützt uns immer noch regelmäßig. Zur Einweihung durch die damalige Staatssekretärin des Bundesgesundheitsamtes, Marion Caspers-Merk, kam die gigantische Zahl von rund 400 Teilnehmern.

Birlin: Geplant war ursprünglich, die 3000 Schritte in der Mittagspause ab 12 Uhr anzubieten. Ein paar Mal hat es geklappt, dann ist das Ganze eingeschlafen. Ich hatte davon gehört und wollte das Projekt zusammen mit Eva Zeischka vom Stadtmarketingverein wieder aufleben lassen, aber zu einer besseren Zeit, nämlich am Sonntag um 11 Uhr. Beim ersten Mal hat es geschüttet wie aus Kübeln und es kamen nur sechs Leute.

Rein rechnerisch wurden seitdem rund 360 000 Schritte zurückgelegt. Wie sieht es mit den Teilnehmerzahlen aus?

Birlin: Bei Regen kommen durchschnittlich 30 Leute, bei schönem Wetter zwischen 50 und 60. Absoluter Rekord waren 85 Teilnehmer. Wir haben ein Stammpublikum, aber es kommen auch immer wieder neue Gäste, auch aus den Ortsteilen, sogar aus Grenzach-Wyhlen oder auch Lörrach!

Wie erklären Sie sich diesen kontinuierlichen Zuspruch?

Zissel:Ich denke, die Mischung macht’s. Es ist ein kleiner thematischer Spaziergang in netter Gesellschaft und ein mit Liebe angebotener, persönlicher Apéro. Das spüren die Leute und es wird honoriert, auch unser „Kässle“ wird gut gefüttert.

Obwohl die Routen in etwa immer gleich verlaufen, fällt Ihnen jedes Mal ein anderes Thema ein, welches oft von einem kompetenten Gast vertieft wird. Nach welchen Kriterien suchen sie das jeweilige Motto aus und finden Sie immer gleich die entsprechenden Experten?

Zissel:Wir haben kein Kriterium, es ist pure Kreativität! In den ersten Jahren sind wir ausschließlich die klassische Adelberg-Route gelaufen. Erst zur Entente Florale 2011 haben wir angefangen, im Wechsel auch die Innenstadt und den Grünring mit einzubeziehen. Bei unseren Begleitern hat sich eine gewisse Regelmäßigkeit eingestellt: Im Frühjahr ist zum Beispiel Sport angesagt. Dann sorgt eine Übungsleiterin der VHS für Bewegung, im Mai/Juni berichtet Stadtgärtnermeister Hans-Georg Bruttel Wissenswertes zu allem, was grünt und blüht, und im Dezember kommt der Nikolaus.

Frau Birlin, in der Regel bieten Sie zum Apéro sogar themenbezogene selbstgebackene Kekse an. Das erfordert doch sicher einiges an Erfindergeist und viel Vorarbeit?

Birlin: Das stimmt! Ich überlege schon lange vorher, was passen könnte. Dann suche ich ein passendes Rezept. Inzwischen habe ich schon acht Büchli. Einmal haben wir den Friedhof besucht, da habe ich „Totenbeinli“ gebacken, die haben allen gut geschmeckt, genauso wie die Scherzkekse Anfang April. Wenn es haltbares Gebäck ist, fange ich schon ein paar Tage vorher mit dem Backen an. Oftmals probiere ich etwas aus und habe plötzlich irgendeine Pampe in der Hand, aber am Ende wird doch noch was draus. Manchmal stehe ich stundenlang in der Küche, aber es macht großen Spaß! Ich habe übrigens mal nachgerechnet und bin in den zehn Jahren auf zirka 15 000 Kekse gekommen und habe rund 7200 Tassen Kaffee gekocht.

Erinnern Sie sich an besondere Momente in den vergangenen zehn Jahren?

Birlin:Da gebe es viel zu erzählen. Zum Beispiel hat sich vor drei Jahren ein Paar bei den 3000 Schritten kennenglernt und die beiden sind immer noch zusammen. Und an Fasnacht haben wir mal unter der Regie von Thomas Schmidt von der Theatergruppe Querfeldrhein Romeo und Julia gespielt. Eine Gruppe hatte rote, die andere blaue Nasen. Auf meinen besonderen Wunsch und weil Fasnacht war, ist am Ende niemand gestorben, sondern alle haben sich umarmt.

Haben Sie sich für die Jubiläums-Route etwas Besonderes ausgedacht und können Sie schon etwas verraten?

Zissel:Wir haben zu Jahresbeginn Claudius Beck angefragt, den Juli-Termin als Grün-’07-Jubiläumsrundgang mit einer Veranstaltung in Tutti-Kiesi zu ergänzen. Das hat geklappt! Wir werden also am 2. Juli vom Rathaus entlang einiger Grün-’07-Elemente bis zum Tutti-Kiesi spazieren. Dort erwartet die Teilnehmer ein Grün-’07-Jubiläumsfest mit einer Vacono-Dome-Matinee mit Frl. Mayer’s Hinterhausjazzer, die damals schon dabei waren, sowie einem Spielefest für Familien mit einem Spielemobil, welches ebenfalls vor zehn Jahren in Rheinfelden war.

Wie sieht die Zukunft der 3000-Schritte aus?

Zissel:Der kurzweilige Spaziergang ist Naherholung vor der Haustür. Wir wollen den Menschen auch künftig Wege zeigen, die sie auch selber gehen können, gemäß dem Motto „3000 Schritte – vital, erholsam, interessant“.

Fragen: Claudia GemppTermin: Der 3000-Schritte-Jubiläumsrundgang beginnt am Sonntag, 2. Juli, um 11 Uhr am Rathausbrunnen in Rheinfelden.

Zu den Personen

Gabriele Zissel (62 Jahre) arbeitet seit 1989 bei der Stadt. Die Geografin ist seit 2010 für Tourismus und Stadtmarketing zuständig und engagiert sich als Mitglied von Pro Rheinfelden.

Gabriele Birlin-Pflüger (69 Jahre) wohnt in Degerfelden. Bei Einritt in den Ruhestand 2008 hat sie das Ehrenamt im Vorstand von Pro Rheinfelden – Verein Stadtmarketing übernommen.

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