Mit dem Baugebiet Grendelmatt III, dem Gebiet zwischen der Karl-Fürstenberg-Straße, dem Schwarzen Weg und dem Grendelmattweg in Oberrheinfelden, plant die Stadt, Wohnraum für schätzungsweise 700 neue Bürger zu schaffen. Im Bewohnerbeirat Oberrheinfelden konnte man am Dienstagabend zwischen den Zeilen herauslesen, dass es die Menschen bewegt, wie sich diese Zahl an neuen Nachbarn auf das Leben im Quartier auswirken wird.

Einmal im Jahr gibt es einen Vor-Ort-Termin

Der Bewohnerbeirat ist kein beschließendes Gremium. Er bietet den Bürgern die Plattform, über ihr Quartier zu sprechen, Vertreter der Stadt direkt zu befragen und Termine abzustimmen. Mindestens einmal im Jahr geht man gemeinsam auf einen Vor-Ort-Termin, ansonsten bleiben die Teilnehmer gemütlich im Stadtteiltreff Pfiffikus und begnügen sich für die Diskussion mit Ausdrucken von Fotos, Karten oder Bebauungsplänen. Neben Bewohnern sind in der Regel auch Vertreter der Verwaltungsspitze dabei. Als Sprecher des Bewohnerbeirats agieren Evelyn Raffler und Hans-Werner Birkel, die die Sitzungen gewissenhaft vorbereiten.

Das Jugendzentrum in Warmbach ist zu weit weg

Während an Dienstag die letzten Teilnehmer noch ankommen, beginnt bereits ein Gespräch um die wohl größte Änderung der kommenden Jahre für Oberrheinfelden: Mit dem Baugebiet Grendelmatt III soll neuer Wohnraum entstehen. „Es kommen 300 Wohnungen dazu. Das sind rund 700 Personen“, sagt der Oberrheinfelder Jorg Moritz-Reinbach. Zunächst würden wohl Familien mit kleinen Kindern einziehen, meint er, aber bald würden die zu Jugendlichen. Das passt zu einer Anregung von Evelyn Raffler: „Wir hatten schon angeregt, dass im Stadtteil etwas für Jugendliche gemacht wird, weil das Jugendzentrum in Warmbach zu weit weg ist.“ Armin Zimmermann vom Amt für Kinder, Jugend und Soziales, kann bezüglich der Entfernung Zustimmung signalisieren. Er ist die Strecke mit dem Fahrrad gekommen. „Es geht vor allem darum, dass es vielleicht schon dunkel ist oder regnet“, erläutert die Sprecherin des Bewohnerbeirats weiter.

Verwaltung diskutiert Beteiligungsmodelle

Ob tatsächlich ein Jugendtreff nach Oberrheinfelden, insbesondere in den Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans Grendelmatt III kommen wird, steht erstmal in den Sternen, denn der Bebauungsplan befindet sich ja noch in Arbeit, wie Bürgermeisterin Diana Stöcker erklärt. Aktuell werde in der Verwaltung über Beteiligungsmodelle diskutiert. „Man kann sich eine Werkstatt vorstellen, um Eltern und Kinder zu beteiligen“, sagt sie und erklärt, dass ein Bebauungsplan nur grob das Konzept festlegt, wie ein Baugebiet reguliert werden soll. Die Detailplanung komme dann später.

Keinen neuen Kindergarten in diesem Bereich

Auch wenn das Thema Grendelmatt III damit in der Sitzung vorerst abgeschlossen ist, wird es noch mehrfach wiederauftauchen. Ein Anwohner sorgt sich darüber, wie sich die Verkehrsströme in Oberrheinfelden durch die neuen Bürger verändern werden. Es gebe zu wenige Zufahrten. Auch bei diesem Thema verweist die Bürgermeisterin auf das Beteiligungsverfahren im Rahmen der Bauleitplanung. Ob es einen neuen Kindergarten im Bereich Grendelmatt III geben werde, lautet später eine Frage, die Stöcker mit einem Hinweis auf die bestehende Kindertagesstätte Kunterbunt verneint.

Das Pfiffikus am Spielplatz Schwedenstraße.
Das Pfiffikus am Spielplatz Schwedenstraße. | Bild: Ralf H. Dorweiler

Stadt kann eine Überquerungshilfe begründen

Die Beteiligungsmöglichkeiten sollen beim Stadtteilfest am Pfiffikus und Spielplatz Schwedenstraße am 21. Juli präsentiert werden. Erst im September ist laut Stöcker die Festschreibung des Bebauungsplans vorgesehen. Dass man bis dahin weiter mitentscheiden kann, wird von niemandem in Frage gestellt. Immerhin kann der Bewohnerbeirat auch einige Erfolge vorweisen: Neuster ist, dass der Wunsch nach mehr Sicherheit für Fußgänger an der Kreuzung Karl-Fürstenberg-Straße/ Schwedenstraße Erfüllung finden wird.

Schon lange fordert der Bewohnerbeirat, dass etwas passiert. Die Stadt hat nun laut Bürgermeisterin Stöcker eine Verkehrszählung vorgenommen. Die Zahlen der Fußgänger sind hoch genug, dass eine Querungshilfe begründet werden kann. Auch hier spielt wieder Grendelmatt III eine Rolle: Eingerechnet wurde nämlich auch, dass mit den neuen Bürgern der Fußgängerverkehr zum Spielplatz Schwedenstraße ansteigen wird. „Dieser Erfolg macht uns Hoffnung, weiterzumachen“, sagt Raffler.