„Blutspende ist systemrelevant und auch in Krisenzeiten sicher und notwendig“, schreibt der DRK-Blutspendendienst auf seiner Homepage. Davon, dass auch bei Blutspendenterminen in Rheinfelden auf Hygiene- und Abstandregeln größter Wert gelegt wird, konnte sich der Autor gestern überzeugen. Als sehr erfreulich konnte außerdem festgehalten werden, dass sich 256 Freiwillige von Corona nicht abhalten ließen, ihre Blutspende an das DRK zu leisten.

Das könnte Sie auch interessieren

Weil der Bürgersaal im Rheinfelder Rathaus für die Öffentlichkeit noch gesperrt ist, wurden die Blutspender in das Gebäude der OZ Druck & Media in die Peter-Krauseneck-Straße gebeten. Ein Plakat gab schon am Eingang Auskunft darüber, welche Personen das Gebäude nicht betreten dürfen und von der Spende ausgeschlossen werden. Im Eingangsbereich nahmen dann zwei junge Mitarbeiter des DRK die Spender in Empfang, reichten Handdesinfektionsmittel und Schutzmasken und erkundigen sich nach dem Befinden und etwaigen Symptomen.

Auf der Einbahnstraße zur Spende

„Es ist angelegt als eine Einbahnstraßensystem“, erklärte DRK-Bereitschaftsdienstleiter Lukas Huber. In den großzügig angelegten Räumlichkeiten sind Anmeldetische, Labornischen, Ärztesprechzimmer und Warteräume eingerichtet worden. In einer geräumigen ehemaligen Fabrikhalle wurde den Spendern das Blut abgenommen. Auch das Verlassen des Gebäudes war so geregelt, dass der Begegnungsverkehr auf ein Minimum reduziert wurde. Die übliche Essensverpflegung vor Ort wurde zwar nicht angeboten, griffbereite Lunchpakete versüßten den Blutspendern am Ausgang als kleines Dankeschön ihren Heimweg. Dieser konnte im Interesse der Sicherheit über eine kleine Treppe im hinteren Teil des Gebäudes angetreten werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Hygiene- und Sicherheitskonzept bedeute einen „immensen Mehraufwand“, bestätigt Huber auf Nachfrage. Der DRK Ortsverein war mit 14 Mitarbeitern und externen Helfern vor Ort. Hinzu kamen zwei Teams des DRK-Blutspendedienstes mit zwölf Mitarbeitern. Natürlich sei auch die Vorbereitung dieses Blutspendentermins sehr arbeitsintensiv gewesen, erklärt Alexander Siever, Referent des DRK-Blutspendedienstes. Die neue, ungewohnte Stätte habe gesichtet und der gesamte Ablauf unter verstärkten Sicherheitsüberlegungen konzipiert werden müssen. Mit der Zahl von 256 angemeldeten Spendern zeigte er sich zufrieden.

Corona bremst Spendenbereitschaft nicht

Rheinfelden sei immer schon ein sehr gutes Terrain für Blutspendentermine gewesen, erklärt er. Corona habe auf die Spendenbereitschaft wenig Auswirkungen. „Eine Tendenz ist nicht erkennbar“, sagt Siever. Einige Termine hätten bedingt durch die Pandemie abgesagt werden müssen. Er sehe sich sogar veranlasst, den Spenderandrang „zu deckeln“, damit das vorgeschriebene Sicherheitskonzept aufrechterhalten könne, so Sieber.

Das könnte Sie auch interessieren

Nachfragen bei den Blutspendern scheinen Sievers Beobachtung zu bestätigen. Seit zwei Jahren ist Michael Heil Stammgast beim DRK. Auch gestern ließ er es sich nicht nehmen, sein Blut zu spenden. „Warum auch nicht“, antwortete er auf Nachfrage. „Das hat ja mit Corona nichts zu tun.“ Ähnlich sieht das Ellen Baumann. Auch sie sah keine Veranlassung, auf ihre Blutspende zu verzichten. Es sei ja alles gut organisiert, befindet die Rheinfelderin. „Ich fühle mich sicher.“

Diese Einstellung ist für Lukas Huber wie Musik in den Ohren. „Blut wird immer gebraucht“, betonte er. Er wünschte sich, dass mehr jüngere Personen als Erstspender gewonnen werden könnten. Den gemeinsamen Kraftakt von DRK Ortsverein Rheinfelden, Jugendrotkreuz und DRK-Blutspendedienst im Gebäude in der Peter-Krauseneck-Straße beurteilt er grundsätzlich positiv. Doch bei aller Dankbarkeit gegenüber Michael Medweth, Geschäftsführer der OZ Druck & Medien, der die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat, sieht Huber darin keine geeignete Dauerlösung.

Nächste Spende im Bürgersaal?

Auch in dem sonst als Spendenlokal dienenden Bürgersaal im Rathaus ließen sich Sicherheitskonzepte gewährleisten, ist sich der Bereitschaftsdienstleiter sicher. Mit den Jahren hätten sich dort „Abläufe eingespielt“, die die Arbeit sehr erleichterten. Er hoffe auf die Gesprächsbereitschaft der Stadtverwaltung, damit der nächste Blutspendetermin am 26. Januar 2021 wieder im Bürgersaal stattfinden könne, so Huber.

Das könnte Sie auch interessieren