17 Monate Corona liegen hinter uns – diese Tatsache wurde am Freitag mit einer Gedenkveranstaltung mit dem Thema „Du siehst mich“ rund um den Hubschrauberlandeplatz beim Kreiskrankenhaus Rheinfelden begangen.

Rund 30 Besucher hat die Abendveranstaltung angezogen, darunter befanden sich auch Landrätin Marion Dammann und Friedrich Hauß, Vorsitzender des Fördervereins Kreiskrankenhaus. Es war eine schöne Kulisse, fünf Stimmen zum Thema Corona kamen zu Gehör und stilvoll passend musizierten Ceciel Strouken und Rainer Marbach.

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„Bleibet behütet“ samt Segen gab Hinderer den Anwesenden mit auf den Weg. Die Landrätin fand es schön, dass man sich zum Gedenken zusammengefunden hat und dass Menschen miteinbezogen wurden, die sich um andere kümmern: „Corona hat gezeigt, unsere Gesellschaft ist sehr unterschiedlich. Ein Großteil hat in Solidarität gehandelt. Großen Dank an die Gesellschaft, an Bürger, die sich gekümmert haben.“

Eindrückliche Erinnerungen

Nicht alle der fünf Stimmen sprachen persönlich am Freitagabend, Dorothea Flaig verlas die Erfahrungen eines Krankenpflegers und Jörg Hinderer sprach für eine Bekannte. Die Tochter einer an Corona verstorbenen 78-jährigen Frau erzählte, dass man die Mutter nach zehn Tagen gehen lassen musste ohne mit ihr reden zu können.

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Und sie richtete ein großes Lob an die Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses: „Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt.“ Davon, dass der Virus demokratisch, aber gnadenlos ist, sprach Udo Schwehr, Chefarzt der Inneren im Rheinfelder Kreiskrankenhaus. Sein Appell: „Als Akt der Solidarität ist Impfen altenativlos.“

Plötzlich kam die Pandemie

„Und plötzlich war es da, hier direkt vor Ort und wir mittendrin“, so begann der Erfahrungsbericht von Manuela Tscheulin, vom Team Empfang, Patienten- und Sekretariat Notaufnahme. Sichtbar geworden auf dem Parkplatz, ein Zelt mit völlig vermummten Personen und langen Autoschlangen davor.

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Als ihr eindrücklichstes Erlebnis schilderte Tscheulin den ersten Lockdown mit der ersten Schließung des Krankenhauses für alle Angehörigen. „Die Verzweiflung dieser Menschen, weil sie nicht wussten, was passiert jetzt mit ihren Liebsten. An die Tür zu stehen und nein zu sagen und immer wieder nein, ich darf sie nicht reinlassen, nein, sie können nicht zu ihren Angehörigen. Ich bin dankbar für den Silberstreif Hoffnung am Horizont, der mit jedem Geimpften ein bisschen größer wird.“

„Wir schaffen das“

Trotz der anhaltenden Pandemie sei eine Art Normalität eingetreten, sagte Tscheulin. Immer wieder kommen neue Änderungen, die man in den Alltag einbauen muss – „Egal, wir schaffen das, das Team hält zusammen.“