Die südliche Ortsrandlage in Hänner ist ein echter Platz an der Sonne. Das wussten schon die privaten Investoren des ersten Solarparks in 2006. Ein zweiter Solarpark folgte 2012 und ein dritter Solarpark ging am 4. Juli ans Netz. Mit einer Fläche von 2,4 Hektar ist dies die größte Photovoltaikanlage im Süden von Hänner. Investor ist die Altus AG aus Karlsruhe.

Die rechtlichen Voraussetzungen für den jüngsten Solarpark in Hänner waren überraschend schnell geschaffen. Innerhalb nur weniger Monate waren der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan erstellt. Im Mai konnte dann mit dem Bau der Photovoltaikanlage begonnen werden und seit dem 4. Mai produzieren die aufgeständerten Module Strom.

„Das Projekt lief so reibungslos, wie man es sich nur wünschen kann. Dies zeigt, wie schnell die Energiewende in Deutschland umgesetzt werden könnte, wenn Politik und Verwaltung so unkompliziert, zielgerichtet und unterstützend handeln wie in Murg“, lobte Michael Winter, Vorstand der Altus AG, bei der offiziellen Eröffnung einen Tag nach der Inbetriebnahme.

Bürgermeister Adrian Schmidle sieht in dem Projekt Potenzial über die Grenzen der Gemeinde hinweg: „ Ich freue mich, dass wir hier in Murg mit dem Solarpark einen Teil zur Energiewende beitragen können. Wir wünschen uns, dass zukünftig viele weitere Orte diesen Weg für den Klimaschutz einschlagen.“

4.600 aufgeständerte Module haben eine Maximalleistung von 2,5 Megawatt. Bild: Brigitte Chymo
4.600 aufgeständerte Module haben eine Maximalleistung von 2,5 Megawatt. Bild: Brigitte Chymo

Hätten die Solarparks in Hänner alle denselben Investor könnte sogar vom größten Solarpark am Hochrhein gesprochen werden: „Zusammen haben die Anlagen eine Leistung von 3,7 Megawatt“, so der Murger Klimaschutzmanager Frank Philipps. „Das ist ein Glücksfall für die Gemeinde“, bekräftigt der Bürgermeister.

Dass die Gemeinde Murg in Sachen Energiewende generell gut unterwegs ist, zeigt eine vom Klimaschutzmanager erarbeitete Statistik zur Solarstrom-Erzeugung durch Photovoltaik in der Gemeinde Murg. Grundlage war das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Der dritte und größte Solarpark am Südrand von Hänner ist am Netz. Bild: Gemeinde Murg
Der dritte und größte Solarpark am Südrand von Hänner ist am Netz. Bild: Gemeinde Murg

Auch viele Gewerbebetribe nutzen Dachflächen

Die Photovoltaik auf den Freiflächen in Hänner liefert zwar mit 3,7 Megawatt den größten Part an Solarenergie, aber der Anteil, der auf den Dächern der Murger Gewerbebetriebe erzeugt wird, kann sich sehen lassen. Rund 2,25 Megawatt Leistung bringen diese Photovoltaikanlagen. „Das ist super, weil damit keine Freiflächen verbraucht werde“, lobt Schmidle das Engagement dieser Gewerbetreibenden. Der Anteil von Photovoltaik auf gemeindeeigenen Dächern liegt bei 0,38 Megawatt und auf landwirtschaftlichen Gebäuden bei 0,28 Megawatt. Dächer von Wohnhäusern, Garagen und Carports und kleinere Anlagen von Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft liefen weitere 2,9 Megawatt. Das macht in der Summe 9,5 Megawatt, die in der Gemeinde Murg aus Photovoltaik gewonnen werden.

Trotzdem: „Es ist noch Luft nach oben“, sind Schmidle und Philipps überzeugt. In diesem Sinne wird die Gemeinde Murg Ende September in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Südwest interessierte Bürger zu einer Infoveranstaltung einladen.

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