Die CDU hatte in Murg nach großen Verlusten nur noch 24,4 Prozent der Zweitstimmen erreicht. Die SPD hatte sich auf 22,54 Prozent (+4,74) und die Grünen auf 16,65 Prozent (+3,15) steigern können. Die AfD war bei 10,82 Prozent (-1,28) gelandet.

Bei den Erststimmen hatte Felix Schreiner seinen Spitzenplatz trotz Verlusten vor Rita Schwarzelühr-Sutter verteidigen können.

„Mit dem Ergebnis hier in Murg und im Kreis bin ich persönlich zufrieden“, sagt der CDU-Ortsvorsitzende Hans-Peter Müller.
„Mit dem Ergebnis hier in Murg und im Kreis bin ich persönlich zufrieden“, sagt der CDU-Ortsvorsitzende Hans-Peter Müller. | Bild: Michaela Geng

CDU-Ortsvorsitzender: Hauptziel wurde erreicht

Hans-Peter Müller, der CDU-Ortsvorsitzende, sagte dazu: „Mit dem Ergebnis hier in Murg und im Kreis bin ich persönlich zufrieden. Felix Schreiner hat sein Direktmandat verteidigt, damit haben wir unser erstes Ziel erreicht.“

Dass die CDU bei den Zweitstimmen auch am Hochrhein so eingebrochen ist, sei für ihn jedoch nicht zufriedenstellend, „denn wir haben nur Kernwähler mobilisieren können.“

Müller: Ursachen für Verluste liegen bei der Bundespartei

Den Grund dafür sieht Müller im Bundestrend. „Mit Felix Schreiner waren die Leute sehr zufrieden. Aber gegen die Hauptargumente gegen unseren Kanzlerkandidaten hatten wir hier keine Chance“, erklärte er.

Er hätte sich gewünscht, dass das Team um Armin Laschet im Wahlkampf früher in Erscheinung getreten wäre. In den kommenden Wochen erwartet Müller eine „schwierige Regierungsbildung“.

Ortsvorsitzender glaubt an SPD-Regierung

Ganz anders die Stimmung bei der SPD: Der Ortsvorsitzende Herbert Steinmeier zeigte sich über das Ergebnis in Murg und die Resonanz für Rita Schwarzelühr-Sutter erfreut. „Sie hat als Staatssekretärin sehr gute Arbeit geleistet“, sagte er.

„Olaf Scholz hat das für uns rausgerissen“, sagt der SPD-Ortsvorsitzende Herbert Steinmeier.
„Olaf Scholz hat das für uns rausgerissen“, sagt der SPD-Ortsvorsitzende Herbert Steinmeier. | Bild: SK

Über die Gründe für das gute Bundesergebnis seiner Partei sagte er: „Das liegt an Olaf Scholz als Person. Der hat das für uns rausgerissen.“

Nun sei in den kommenden Gesprächen gute Politik gefragt. „Das kann Olaf Scholz. Da bin ich mir sicher“, so Steinmeier. Er sei zuversichtlich, dass am Ende eine SPD-geführte Regierung herauskomme.

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Grüne mit Gesamtergebnis unzufrieden

Klaus Bossert, Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat, konnte seine Enttäuschung hingegen nicht verbergen. „Ich hätte mir doch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr erwartet“, sagte er.

Trotz der Zugewinne halte er das Ergebnis der Wahl „für eine Niederlage für den Klimaschutz, der bei der Wahlentscheidung vieler Bürger eher eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben scheint.“

„Ich hätte mir doch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr erwartet“, sagt Klaus Bossert, Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat.
„Ich hätte mir doch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr erwartet“, sagt Klaus Bossert, Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat. | Bild: SK

„Keine realistische Chance“ gegen Kandidaten vor Ort

Zufrieden zeigte sich er dagegen mit dem Wahlkampf vor Ort: „Jan-Lukas Schmitt hat einen guten, engagierten und von Sachargumenten geprägten Wahlkampf geführt, hatte aber gegen die Kandidaten der führenden Parteien wohl keine realistische Chance“, erklärte Bossert.

Als Regierungsoption hat er nun einen klaren Favoriten: „In der Zange zwischen CDU und der FDP wird es meine Partei schwer haben, ihre Politik des Klimaschutzes und der sozialen Gerechtigkeit unverfälscht durchzusetzen.“ Er rate daher zu einer anderen Konstellation, auch wenn der „saure Apfel FDP“ nicht zu vermeiden sei.

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