Die Bagger standen schon Mitte Dezember in Hänner, dann kam die Winterpause, aber jetzt gibt der Breitbandausbau Vollgas. Mit zwei Trupps ist die Firma Stollbau GmbH aus Todtmoos vor Ort, und im Bildstöckleweg ist seit Mittwoch auch schon der erste Hausanschluss gelegt.

Offizieller Starttermin

„Aber Achtung. Auch wenn hier die Rohre jetzt liegen, und das erste Haus einen Anschluss hat, schnelles Internet gibt es noch nicht“, warnt Bürgermeister Adrian Schmidle am Mittwoch im Bildstöckleweg anlässlich des offiziellen Starttermins für den Breitbandausbau. Den Rohren, ein Hauptrohr, das 24 einzelne Leerrohre umschließt, fehlt noch die Glasfaser. „Die Glasfaser muss noch eingeblasen werden. Das wird wahrscheinlich Herbst“, ergänzt Karl-Heinz Peter, Leiter des Technischen Bauamts. Zielvorgabe ist jedenfalls, dass Hänner West bis Ende des Jahres am Netz ist: „Sofern das Backbone Netz des Landkreises bis dahin in Hänner ist“, schränkt Peter ein.

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Das Backbone Netz erreicht Murger Gemarkung von Westen her, und die Firma Stollbau GmbH unterstützt diese Arbeiten, indem ein zweiter Trupp im Moment im Erlenweg gerade an der Backbone Trasse Richtung Oberhof arbeitet. Währenddessen verlegt der erste Trupp bereits Leerrohre im der innerörtlichen Trasse. Gut 5,5 Kilometer lang ist die Trasse im ersten Bauabschnitt Hänner West, zu dem auch der Sood in Oberhof gehört.

Für jeden der drei Bauabschnitte ist etwa ein Jahr Bauzeit einkalkuliert. Schon jetzt ist die Ausschreibung für Hänner Ost in Vorbereitung, damit im Herbst, nach Abschluss von Hänner West, weitergegraben werden kann. Oberhof als dritter Bauabschnitt wird dann im Herbst 2022 begonnen und bis im Herbst 2023 fertiggestellt.

90 Prozent machen mit

Die Ortsvorsteher von Oberhof, Roland Baumgartner, und Hänner, Dieter Muck, sind froh, dass das schnelle Netz endlich in den beiden obersten Murger Ortsteilen ankommt. „Wir waren abgeschnitten hier“, so Muck und betont noch einmal die große Bereitschaft der Hauseigentümer, einen Anschluss an das Breitband legen zu lassen: „90 Prozent machen mit, das ist ein gutes Ergebnis“, meint Muck.

Gut eine Million Euro netto kostet der Breitbandausbau in Hänner. Die Gesamtkosten für alle drei Bauabschnitte beziffert der Bürgermeister auf etwas vier Millionen Euro netto. Während die Hausanschlüsse selbst nicht gefördert sind, erhält die Gemeinde etwa 1,8 Millionen Euro an Fördermitteln für den Bau des Netzes.

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„Das sind 40 Prozent, das ist gut. Ohne würde es gar nicht gehen“, betont Schmidle. Neben Strom, Wasser und Gas zählt der Bürgermeister das schnelle Internet inzwischen zur Grundversorgung, die es überall braucht. „Gerade jetzt mit dem Homeschooling“, verweist Schmidle auf die aktuelle, coronabedingte Situation.

Verbindungsmann zwischen der Firma Stollbau GmbH in Hänner und dem Technischen Bauamt in Murg ist Gemeinderat Guido Wiesler, der das Bauamt damit entlastet. „Da sind wir sehr froh, einen erfahrenen Mann hier zu haben. Das Bauamt hat noch andere große Projekte“, sagt Schmidle.