Die Corona-Pandemie war für die Freiwillige Feuerwehr Murg auch im Jahr 2021 mit eine der größten Herausforderungen. „Gefühlt stehen wir fast an der gleichen Stelle wie vor einem Jahr“, schreibt Stefan Fräßle, bis vor kurzem Gesamtkommandant der Feuerwehr Murg im Jahresbericht 2021. Diesen gab aus aufgrund der Corona-Einschränkungen schon für das Jahr 2020 in gedruckter Form und nicht in einer Mitgliederversammlung. Und wie schon im ersten Corona-Jahr ging es auch 2021 vor allem darum, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr trotz der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten.

Probenbetrieb

Denn von einem regulären Probenbetrieb konnte keine Rede sein. Die Einhaltung der Corona-Regeln erschwerten die Proben, zeitweise konnte nur in Kleingruppen trainiert werden, beziehungsweise zum Ende des Jahres hin und aktuell aufgrund der Infektionslage gar nicht.

Aus- und Weiterbildung

Auch die Aus- und Weiterbildung hatte stark unter der Corona-Pandemie zu leiden. Das eine oder andere konnte auch in diesem Bereich durch Kleingruppen abgefedert werden. Zusätzlich spielte das Thema Online-Schulung eine immer größere Rolle. Wie Fräßle ausführt, konnte zumindest die interne Truppmann-2-Ausbildung abgeschlossen werden. Einige wenige Elemente verbleiben für 2022. So schlug sich die Corona-Zeit deutlich in der Statistik nieder. Während in vorangegangenen Jahren für Aus- und Weiterbildung im Schnitt 5000 Stunden geleistet wurden, waren es 2020 noch 2500, 2021 immerhin aber wieder 3750 Stunden.

Einsätze

Trotzdem hatte die Feuerwehr Murg 2021 alle Hände voll zu tun. Bereits 2020 hatte die Feuerwehr Murg mit 74 Einsätzen eine hohe Anzahl an Alarmierungen und musste 2021 noch häufiger ausrücken. 97 Einsätze waren es bis Ende 2021. 14 Einsätze betrafen Brandalarmierungen und 83 Hilfeleistungseinsätze. „Bei mindestens zwei Bränden konnte ein größerer Brandschaden durch unseren schnellen und gezielten Einsatz verhindert werden“, so Fräßle. Bei den Hilfedienstleistungen lag der Schwerpunkt bei wetterbedingten Einsätzen. Hinzu kam unter anderem technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, Ölspuren und Notfalltüröffnungen. Es wurden fünf Menschen und drei Tiere aus Notlagen gerettet. Für drei Menschen kam jede Hilfe zu spät.

Projekte

Die Pandemie habe aber nicht nur Nachteile, merkte Fräßle an. Letztlich blieb etwas mehr Zeit für Projekte. „Nachdem wir die Pausen 2020 dafür nutzten, recht viele Prospekte anzugehen und voranzutreiben, konnten wir diese dann im Jahr 2021 zum Abschluss bringen“, berichtete Fräßle. So wurden der neue Brandschutzbedarfsplan abgeschlossen und der Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus des Ausrückebereichs Nord festgelegt. Außerdem erhielt die Feuerwehr Murg ein neues Corporate Design und eine neue Ehrungsrichtlinie.

Wahlen

2021 war auch ein Jahr der großen Veränderungen in den Führungspositionen der Feuerwehr Murg. Sämtliche Wahlen wurden über das Internet abgewickelt und abschließend eigens eine Online-Wahlinformationsveranstaltung einberufen. In der Abteilung Murg/Niederhof löste Dominik Wiesler den neuen Gesamtkommandanten Markus Döbele als Abteilungskommandant ab.

In Hänner übernahm Bernhard Baier als Abteilungskommandant die Nachfolge von Martin Huber. Während diese Wahlen nach Plan verliefen, kam es in Oberhof zu einer Überraschung. Fräßle spricht in seinem Bericht sogar von Eklat. Denn Abteilungskommandant Pattric Grzybek, der sich zur Wiederwahl gestellt hatte, erhielt nicht die erforderlichen 50 Prozent der abgegebenen Stimmen. So kam es, dass mit Sonja Eckert die erste Frau als Kommandantin an der Spitze einer Abteilung der Feuerwehr Murg steht.

Danke

Fräßle selbst blickte in seinem letzten Jahresrückblick auf 15 Jahre Amtszeit zurück, dankte allen, die ihn über die Jahre begleitet und unterstützt hatten und fasste zusammen: „Eine sehr interessante, aber auch anstrengende und nie langweilig werdende Zeit, die ich nicht missen möchte.“ Die offizielle Amtsübergabe an seinen Nachfolger Markus Döbele ist in der Gemeinderatssitzung am 24. Januar.

Ausblick 2022

Im Ausblick auf 2022 nennen Markus Döbele und sein Stellvertreter Armin Döbele folgende Schwerpunkte: Den Ausbildungsstand wieder auf ein „akzeptables Niveau“ zu bringen, das Erstellen eines Konzepts zur Wasserung eines Boots am Rheinufer, Neubau Feuerwehrgerätehaus Nord, Zusammenlegen der Abteilungen Oberhof und Hänner sowie kleinere Umbauarbeiten in der Werkstatt des Feuerwehrgerätehauses in Murg.