Starkregen ist meist unvorhersehbar, die Schäden sind oft groß und kommen in Deutschland immer häufiger vor. Die Gemeinde Murg beschäftigt sich daher bereits seit 2019 mit dem Thema Starkregenereignisse und hat 2020 das Gutachten „Starkregenrisikomanagement mit Gefährdungsanalyse“ in Auftrag gegeben. Inzwischen liegen die Starkregengefahrenkarten vor. Nächster Schritt wird sein, eine Risikoanalyse und darauf basierend ein Handlungskonzept zu erstellen.

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„Wenn es kommt, dann massiv“, so Moritz Wagner vom Büro Fichtner Water & Transportation GmbH aus Freiburg, die 2020 vom Murger Gemeinderat den Auftrag zur Ausarbeitung des Gutachtens Starkregenrisikomanagement erhielten. Wie Wagner am Montagabend im Gemeinderat in der Murgtalhalle ausführte, basiert das Gutachten auf einem standardisierten Leitfaden des Landes Baden-Württemberg zum Thema Starkregen und mit dem Ziel, vorhandenes Schadpotential zu minimieren.

Der Weg dorthin beinhaltet drei Schritte. Zunächst erfolgt eine Standortanalyse, im zweiten Schritt die Risikoanalyse und schließlich wird im dritten und letzten Schritt ein Handlungskonzept erarbeitet. Für die Gemeinde Murg ist der erste Schritt, die Standortanalyse inzwischen abgearbeitet. Zusammen mit Feuerwehr, Bauhof und Gemeindewerken erstellte das Büro Fichtner die sogenannten Starkregengefahrenkarten.

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Diese Gefahrenkarten basieren zunächst auf Satellitenbilder, Luftaufnahmen und Vermessungen und werden dann vor Ort abgeglichen. „Es geht vor allem um die kommunalen Gebäude“, erklärte Wagner. Aber auch um eventuelle neuralgische Punkte wie zum Beispiel Unterführungen, wo sich bei Starkregen Wasser ansammeln könnte. Anhand eines Strömungsmodells wird Starkregen in unterschiedlicher Intensität am PC simuliert und in der Folge sichtbar, welche Wege das Wasser nimmt oder auch nicht. Auf diese Weise werden Gefahrenstellen sichtbar, können Risiken abgeschätzt und Maßnahmen ergriffen werden.

Die jetzt zu erarbeitende Risikoanalyse beinhaltet laut dem Experten auch Steckbriefe der einzelnen Objekte. Etwa über Anzahl vorhandener Personen, Art der Heizung oder Stromversorgung. Diese Erkenntnisse fließen in den Maßnahmenkatalog des Handlungskonzepts ein. Außerdem werden die Maßnahmen nach ihrer Dringlichkeit priorisiert.

Der Maßnahmenkatalog wird sich auf kommunale Gegebenheiten beziehen. Was aber ist mit dem Privatbereich? Jeder Bürger und Hausbesitzer sei zur Eigenverantwortung verpflichtet, könne aber von öffentlicher Seite nicht verpflichtet werden, so Wagner. Vorteile gäbe es aber bei Versicherungen, die Maßnahmen zum Schutz honorierten. Das Landratsamt Waldshut berät Private bei der Frage nach Schutzmaßnahmen.

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Erste Ergebnisse zu den Gefahrenkarten wollte Bürgermeister Adrian Schmidle auf Anfrage von Rat Herbert Steinmeier (SPD) nicht nennen: „Wir wollen keine Panik verbreiten.“

Neben der Starkregengefahrenkarte gibt es bereits die Hochwassergefahrenkarten. Die Betrachtungsebene der Karten sei unterschiedlich, beide Karten sollten betrachtet werden, meinte der Experte.