Im Zuge der Elektrifizierung der Hochrheinbahn soll auch der Bahnhof Murg barrierefrei ausgebaut werden. Der Gemeinderat folgte in seiner Sitzung am Montagabend den Vorschlägen der DB Netze, die für Murg zwei neue Außenbahnsteige und einen Aufzug vorsieht.

Abschnitt in der Planfeststellung

Der Bahnhof Murg liegt im dritten Abschnitt der Elektrifizierung der Hochrheinbahn und damit an der Strecke zwischen Wehr und Dogern.

Dieser Abschnitt befindet sich zurzeit in der Planfeststellung. Bis Ende März lagen die Pläne für jeden einsehbar öffentlich aus, bis Montag, 2. Mai, können Stellungnahmen abgegeben werden.

Sorge wegen möglicher Beschädigungen

Mit Fragezeichen versehen hatte die Gemeinde Murg vor allem die geplante Einrichtung eines Aufzugs. Zwei neue Außenbahnsteige ja, aber statt eines Aufzugs bei den Fahrradstellplätzen an der Hauptstraße, favorisierte die Gemeindeverwaltung, die dort bestehende Rampe barrierefrei umzugestalten.

„Gefühlt funktionieren 50 Prozent der Aufzüge in den Bahnhöfen nicht“, verwies Bürgermeister Adrian Schmidle auf die mögliche Gefahr von Sachbeschädigung.

Die barrierefreie Planung (in Rot) für den Bahnhof Murg sieht neben einem Aufzug neben dem Bahnhofsgebäude zwei neue Bahnsteige vor. In ...
Die barrierefreie Planung (in Rot) für den Bahnhof Murg sieht neben einem Aufzug neben dem Bahnhofsgebäude zwei neue Bahnsteige vor. In Gelb die aktuelle Situation. | Bild: DB Netze

Für Robert Heil von DB Netze, der die Planung vorstellte, stand wiederum die Kostenfrage im Vordergrund: „Das wird eine ordentliche Spur teurer“, so Heil.

Er ergänzte: Das Ganze sei sehr aufwendig. Außerdem: „Mit Aufzug können wir mehr Grünfläche belassen.“

Bahn wird Aufzug unterhalten

Mit ausschlaggebend dafür, dass die Räte letztlich der Planung der DB Netze folgten, war sicherlich auch die Frage des Unterhalts: „Der Aufzug liegt auf Bahngründen, daher sind wir auch für den Unterhalt zuständig.“ Bei der Variante Aufzug bleibt es außerdem bei der jetzigen Rampe.

Diese hat zwar acht Prozent Neigung und nicht sechs Prozent, wie für die neuen Standards Barrierefreiheit erforderlich, hilft aber dennoch, sollte der Aufzug tatsächlich einmal nicht betriebsfähig sein.

Das meinte auch Rat Stefan Ganser (FW), den die langen Wege in der Planung der Gemeindeverwaltung störten: „Der Aufzug ist gar nicht so schlecht. Da kann die Rampe noch genutzt werden.“ Auch die Ratskolleginnen Gabriele Döbele-Kreutz (CDU) und Gesima-Ruth Brotz (CDU) plädierten für den Aufzug.

„Das wäre die eleganteste Lösung“, meinte Döbele-Kreutz. „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Aufzüge in den Bahnhöfen immer kaputt sind“, wollte Brotz das Argument der Sachbeschädigung nicht gelten lassen.

Ein Jahr Schienenersatzverkehr

Zur Bauzeit, die von 2025 bis 2027 dauern soll, meinte Robert Heil: „Das wird relativ flott gehen, das wird nicht zwei Jahre in Anspruch nehmen. Wir versuchen so viel wie möglich unter Betrieb zu machen.“ Demnach wird zunächst elektrifiziert, dann die Rampen umgebaut.

Sicher ist schon jetzt, dass in der Zeit des Umbaus im Rappensteintunnel in Laufenburg, zwischen Murg und Albbruck, für ein Jahr ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird.

Die Übernahme der Baukosten ist derzeit nur soweit geklärt, dass 75 Prozent der Kosten der Bund trägt. Die Aufsplittung der restlichen 25 Prozent zwischen Land und Gemeinden ist noch offen. Die Kosten für die Planfeststellung im Abschnitt 3 trägt der Landkreis Waldshut.

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