Die Solarfläche am südlichen Ortsrand von Hänner wächst weiter. Der Gemeinderat befürwortete in seiner Montagsitzung die Bauvoranfrage für einen weiteren Solarpark und wird zudem ein Gesamtkonzept für Photovoltaikanlagen in der Gemeinde Murg erstellen lassen.

Eigentlich waren es sogar zwei Solarflächen, die ein Investor aus Herrischried südlich von Hänner in einer Bauvoranfrage abklären ließ. Die größere Fläche über rund 1,5 Hektar nordwestlich direkt angrenzend des im letzten Jahre in Betrieb gegangenen Solarparks fand Zustimmung, die zweite, kleinere Fläche nicht, weil weiter südlich inmitten viel landwirtschaftlicher Fläche.

Die Gemeindeverwaltung hatte in ihrem Beschlussvorschlag zunächst sogar beiden Flächen eine Absage erteilt. Die Fläche sei nicht im Flächennutzungsplan (FNPA) ausgewiesen, es gebe keinen Bebauungsplan: „Es fehlen die planungsrechtlichen Grundlagen“, erklärte Bauamtsleiter Karl-Heinz Peter.

Aber: „Angesichts der Bedeutung von Solarflächen für den Klimaschutz würden wir gerne eine Gesamtkonzept macht. Um zu sehen, wo sind freie Fläche für Photovoltaikanlagen“, so Peter weiter.

Gemeinde will künftig Solarflächen ausweisen

Der Vorschlag stieß quer durch die Fraktionen auf breite Zustimmung: „Ein Gesamtkonzept ist sinnvoll.“ Und möglichst schnell soll es auch gehen. Rat Georg Kirschbaum (SPD) ergänzte um den Aspekt Bürgerbeteiligung. Zusätzlich solle die Möglichkeit einer genossenschaftlichen Beteiligung abgeklärt werden. Rat Frank Gassmann (FW) stimmte gegen das Gesamtkonzept: „Das macht keinen Sinn. Da sind immer Privatleute als Eigentümer.“ Ratskollege Kirschbaum meinte hingegen: „Die Planung ist Hoheitsaufgabe. Das dürfen wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen.“

Drei Büros sind bereits angefragt, Bürgermeister Adrian Schmidle schätzt die Kosten für die Potentialanalyse auf rund 15.000 Euro. In das Konzept einfließen soll dann auch die jetzt vom Gemeinderat abgelehnte kleinere Fläche.

Die Anregung, die obere Fläche noch vor dem Gesamtkonzept zu bebauen, kam von Bürgermeister Adrian Schmidle: „Wir könnten uns das vorstellen.“ Das konnte sich dann auch das Gremium. Die Infrastruktur für eine Solarfläche sei in diesem Bereich durch die anderen Solarflächen bereits vorhanden, so die Argumentation. Die Leistung wird bei einer Nennleistung von 858 Kilowattpeak liegen. Der Ortschaftsrat Hänner hatte die Bauvoranfrage bereits vorab beraten, der größeren Solarfläche zugestimmt und außerdem ein Gesamtkonzept gefordert.

Wie geht es mit dem neuen Solarpark weiter?

In einem nächsten Schritt sind die planungsrechtlichen Grundlagen zu schaffen. Das wären die Änderung des FNPA und die Erstellung eines Bebauungsplanes. Schon jetzt steht außerdem fest, dass die Leitungen, in die der Solarstrom eingespeist werden soll, zu verstärken sind.

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