Die Gemeinde Murg braucht Platz. Nicht nur fürs Wohnen, sondern auch für das lokale Gewerbe werden Flächen benötigt. Schon seit über 10 Jahren will die „Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft (VVG) Bad Säckingen“, die aus den Gemeinden Bad Säckingen, Murg, Rickenbach und Herrischried besteht, deshalb den Flächennutzungsplan weiterentwickeln. Nun soll die Fortschreibung des Flächennutzungsplans in die zweite Offenlegung gehen.

Seit 2009 wollen die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft, der auch Murg angehört, den Flächennutzungsplan überarbeiten, um den Anforderungen für Wohnen und Gewerbe gerecht zu werden. Zwischenzeitlich sorgen neue gesetzliche Vorgaben sogar dafür, dass sich das Vorhaben noch weiter verzögerte. Der neue Flächennutzungsplan soll für die nächsten 15 Jahre festhalten, wie es mit der baulichen Entwicklung in den Gemeinden der VVG weitergehen soll.

Fünf Flächen für die Weiterentwicklung

Im Gebiet der Gemeinde Murg (ohne Ortsteile) sieht der neue Flächennutzungsplan fünf neue Entwicklungsflächen vor. Darunter ist eine Wohnfläche von 2,82 Hektar im Areal Groß-Ehrstätt. Außerdem sind zwei Flächen für Gewerbe vorgesehen: Einmal in der Weiermatt (2,77 Hektar) und im Vorderen Läger (1,78 Hektar). Im Areal Rhinaerfeld kommen außerdem 2,18 Hektar für eine Spedition hinzu. Die fünfte Entwicklungsfläche sieht eine Nutzung als Wohnmobilstellplatz (0,29 Hektar) vor, wie auf der Grafik zu sehen ist.

Auch ein neuer Wohnmobilstellplatz am Rhein ist im Flächennutzungsplan für die Gemeinde Murg vorhergesehen.
Auch ein neuer Wohnmobilstellplatz am Rhein ist im Flächennutzungsplan für die Gemeinde Murg vorhergesehen. | Bild: Gemeinde Murg, Google.earth.com, maps4news.com /SÜDKURIER-Grafik: Steller

Ortsteile bieten Entwicklungsfläche

Aber nicht nur im Kernort Murg gibt es viel Entwicklungspotenzial. Auch in den Ortsteilen Niederhof, Oberhof und Hänner stehen zahlreiche Flächen auf dem Plan. In Niederhof sind die drei Wohnbauflächen Saffergarten, Scheuerrain und Untere Weiermatt geplant, die zusammen eine Fläche von 1,84 Hektar haben. Außerdem ist eine Mischfläche in der Schwarzrütte (0,25 Hektar) geplant.

In Oberhof sieht der Flächennutzungsplan eine Wohnbaufläche von 1,29 Hektar im Areal Bettenen vor. Und auch in Hänner sind im Bildstöckleweg und im Gebiet Hänner-Mitte zwei Wohnbauflächen mit insgesamt 1,15 Hektar geplant.

Hohe Nachfrage nach Wohnraum

Die erste Offenlage der Fortschreibung des Flächennutzungsplans war im Jahr 2019. Schon damals hielt die VVG in dem Dokument fest, dass die Nachfrage nach Wohnraum in allen Gemeinden sehr hoch sei. Auch vor drei Jahren war der Nachfrage-Spitzenreiter unter den Gemeinden Murg. Stand 1. August 2019 standen 189 auf der Liste für Bauinteressenten in Murg. Besonders in Niederhof und im Hauptort Murg ist die Nachfrage hoch (Murg 173 Bauinteressenten, Niederhof 110, Oberhof 73 und Hänner 54).

In der vergangenen Gemeinderats Sitzung wies außerdem Georg Kirschbaum (SPD) daraufhin, dass der Wohnraumbedarf in Murg durch das Schweizer Projekt Sissler Feld weiter steigen könnte. Für viele Arbeitnehmer würde das Wohnen auf deutscher Seite infrage kommen, so Kirschbaum. „Das ist eine Chance für die Gemeinde Murg“, so das Ratsmitglied.

Für Bürgermeister Adrian Schmidle sei diese eine Diskussion, die man vor allem in Zukunft führen müsse. Damit stelle sich auch die Frage, welche Größe die Gemeinde Murg irgendwann anstreben möchte. Aktuelle zählt die Gemeinde fast 7000 Einwohner.

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