Durch die Bauarbeiten in der Murger Mitte hat sich das Verkehrsaufkommen im östlichen Wohnquartier deutlich erhöht. Anwohner der innerörtlichen Umfahrung kritisieren nicht nur den Verkehrslärm, sondern vor allem, dass sehr viele Autofahrer viel zu schnell unterwegs sind. 120 Unterschriften übergaben sie deshalb kürzlich an Bürgermeister Adrian Schmidle. Die Gemeinde veröffentlichte nun die Ergebnisse von Geschwindigkeitskontrollen im Juni in den betroffenen Straßen. Die Einschätzung dazu von der Gemeinde: „Einzelne Fahrzeugführer halten sich nicht an die Geschwindigkeitsregeln“. Die Gemeinde schreibt in ihrer Pressemitteilung: „Positiv zu bewerten ist, dass wir mit unseren Geschwindigkeitsmessungen feststellen konnten, dass es sich hier nur um einen sehr kleinen Personenkreis handelt.“

Doch die Zahlen könnte man auch anders interpretieren. Immerhin fuhren allein an der Kreuzung Totenbühl-/Eglerstraße über 40 Prozent der Autofahrer schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer, sechs Fahrer waren sogar schneller als 60 Km/h und fuhren damit mehr als doppelt so schnell als erlaubt. Gemessen wurde dort vom 9. bis 15. Juni. Und allein an diesen sechs Tagen waren insgesamt 24806 Autofahrer dort unterwegs, das sind umgerechnet 4134 pro Tag.

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Ein ähnliches Bild zeigte sich in der Eglerstraße. Hier wurde vom 15. bis zum 21. Juni gemessen. 56 Prozent fuhren mit den erlaubten 30 Km/h und langsamer, 44 Prozent fuhren schneller als erlaubt. Spitzenreiter war hier ein Fahrer, der zwischen 70 und 79 Stundenkilometer auf den Tacho brachte.

Auch in der Eglerstraße war das Verkehrsaufkommen sehr hoch: 22204 Fahrer nutzten hier die innerörtliche Umfahrung. In der Königsberger Straße, wo der Verkehr zwischen dem 22. und 28. Juni gemessen wurde, waren 43 Prozent der Autofahrer zu schnell. Hier gab es gleich zwei Spitzenreiter, die mit über 70 Stundenkilometern durch die 30er-Zone fuhren. 24367 und damit umgerechnet über viertausend Autofahrer am Tag, nutzen hier die innerörtliche Umfahrung.

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In der Langmattstraße habe die Gemeinde bereits zu Beginn der Corona-Krise Messungen durchgeführt. So sind diese laut Gemeinde, wegen des geringen Verkehrsaufkommens, anders zu bewerten. Dennoch: Von den 12025 gemessenen Fahrzeugen, waren deutlich mehr als die Hälfte der Fahrer zu schnell unterwegs. Und hier fuhren sogar sechs Fahrer schneller als 70. Im Laufe dieser Woche soll in der Langmattstraße erneut eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt werden.