Wenn Rosa Illing über ihr Handwerk erzählt, ist zu spüren, dass sie mit ganzen Herzen dabei ist. Dass die Murgerin ihr Fachgeschäft „Galerie zum Goldrahmen“ zum Jahreswechsel „mit einem weinenden und lachenden Auge“ aufgab, glaubt daher jeder sofort.

22 Jahre lang setzte Illing in ihrer Galerie im Römerweg mit den passenden Einrahmungen und Passepartouts Bilder und manch anderes Objekt gekonnt in Szene. „Es gibt nichts, was man nicht einrahmen kann“, erzählt Illing über das alte Handwerk des Bilderrahmens, das nicht mehr viele beherrschen und noch viele mehr als solches gar nicht kennen.

Das könnte Sie auch interessieren

„Das alte Handwerk geht immer mehr verloren“, weiß Illing. Schon vor Corona bemühte sich Illing daher seit längerem darum, jemanden zu finden, der ihr Fachgeschäft übernimmt. Dass durch Corona jetzt Schluss, aber keine Nachfolge da ist, bedauert sie sehr: „Es ist schade, dass keiner übernimmt.“

Illing kam ursprünglich aus dem Einzelhandel und startete 1997 in der „Galerie zum Goldrahmen“ im Verkauf. Die Galerie gehörte damals Christian Sperka und befand sich im Erdgeschoss des Alten Rathauses. Schnell erkannte sie, dass ihr das Rahmen Spaß machte und begann, das Handwerk von der Pike auf zu lernen. „Ich hab Kurse in Ulm gemacht, hab gelernt wie Rahmungen aufgebaut werden, hab zu sägen gelernt, auf Gehrung zu schneiden“, so Illing. Auch von ihrer Arbeitskollegin Brigitta Schrott, die den Beruf der Buchbinderei und Einrahmungen erlernt hatte, habe sie richtig viel gelernt.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Bilderrahmen begeisterte so sehr, dass Rosa Illing die „Galerie zum Goldrahmen“ 1999 übernahm und mit dem gesamten Bestand ins eigene Haus im Römerweg umzog. „Wir hatten genug Platz“, sagt Illing. Seitdem war Illing zur Stelle, wenn Kunden auf der Suche nach einem passenden Rahmen für ihr Bild waren und scheute auch den Weg ins Wohnzimmer ihrer Kunden nicht. Um auch die richtige Rahmung zu finden. „Das Rahmen ist ein Handwerk, das man mit Liebe machen muss, sonst geht das nicht. Und man muss sich Zeit nehmen“, erzählt Illing.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Kunden kamen aus der ganzen Region und gerne immer wieder um für ihr Bild eine Rahmung nach Maß zu bekommen. Besonderen Spaß machte Illing ihre Arbeit im Museum Schiff in Laufenburg/CH wo sie alte Rahmen wieder zum Glänzen brachte. Unvergessen ist ihr der Auftrag, eine 1,90 m x 2,00 m große Leinwand in einen Rahmen einzupassen. „Das Bild ging nur knapp aus der Türe raus“, lacht Illing und meint: „Es ist einmalig, wenn so etwas gelingt.“