Ein Handwerker aus Murg musste sich vor dem Amtsgericht Bad Säckingen wegen Betrugs verantworten. Er hatte um ein Beratungsgespräch bei einer Anwaltskanzlei gebeten und dann die Rechnung von 226 Euro nicht bezahlt: Der Strafbefehl hatte sich auf 25 Tagessätze zu je 40 Euro belaufen. Jetzt hatte Richterin Ulrike Götz den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt. Staatsanwalt Tobias Haselwander dagegen hatte für eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je 20 Euro plädiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Handwerker gab an er habe damals bezahlen wollen, es habe aber erhebliche Außenstände gegeben durch Kunden, die nicht bezahlt hätten. Zudem habe er mehrere Schicksalsschläge erlitten und dann sei das Ganze untergegangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Er habe den Überblick verloren, da viele Zahlungen angestanden hätten, habe eigentlich in Raten bezahlen wollen. „Es tut mir leid, ich weiß selber nicht, wie das passieren konnte“, beteuerte der Angeklagte. „Sie haben das Geld einfach nicht gehabt. Sie haben gedacht, dass sich das irgendwie erledigt“, wies ihn die Richterin hin. „Der Betrag ist immer noch offen“, ergänzte der Staatsanwalt. Er werde den Betrag bis zum 20. November bezahlen, erklärte daraufhin der Angeklagte.

Zu Gunsten des Handwerkers spreche, dass er die Tat eingeräumt habe. Dazu habe er wirtschaftliche Schwierigkeiten gehabt und persönliche Schicksalsschläge erlitten. Zu seinen Lasten spreche, dass er um seine wirtschaftliche Lage gewusst habe und den Vertragspartner immer wieder vertröstet habe, obwohl er gewusst habe, dass er nicht zahlen könne.

Das könnte Sie auch interessieren

„Sie haben Leistungen in Anspruch genommen, ohne zu bezahlen, das erfüllt den Tatbestand des Betrugs, ich meine, dass diese Tagessatzhöhe angemessen ist“, begründete Götz ihr Urteil. „Schauen Sie, dass Sie Ihre finanziellen Angelegenheiten auf die Reihe kriegen“, ermahnte sie den Handwerker.

„Es wäre besser gewesen, wenn Sie in der Zwischenzeit gezahlt hätten, dann hätten wir das Verfahren einstellen können“, wandte sich die Richterin abschließend an den Angeklagten.