Die Verwaltungsgemeinschaft Bad Säckingen, Herrischried, Murg und Rickenbach hat in ihrer jüngsten Sitzung am Dienstagabend die punktuelle Flächennutzungsplanänderung im Bereich Solarpark Hänner-Murg beschlossen und damit die Realisierung eines 2,5 Hektar großen Solarparks mit mehr als 4000 Modulen am Südrand von Hänner ermöglicht.

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Eine Änderung des Flächennutzungsplans in diesem Bereich ist deshalb erforderlich, weil die für den Solarpark vorgesehene Fläche bisher als Fläche für die Landwirtschaft erfasst ist. Sie wird künftig als Sonderbaufläche ausgewiesen. Für eine Umwidmung der Fläche sprach die Tatsache, dass in unmittelbarer Nachbarschaft am Südrand von Hänner bereits zwei Solarparks betrieben werden und das angrenzende Gebiet mit Sägewerk als Gewerbegebiet ausgewiesen ist.

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Christian Sammel von der FSP.Stadtplanung in Freiburg, der das Projekt in der Sitzung vorstellte, verwies außerdem darauf, dass es sich an diesem Standort um eine landwirtschaftliche Restfläche handle, die lediglich von mittlerem Nutzwert für die Landwirtschaft sei. Erleichtert wird die Umwidmung des Areals nicht zuletzt dadurch, dass der Eigentümer selbst die Umwidmung der bisherigen Ackerfläche betreibt. Das Grundstück ist in Besitz der Familie des Vorstandsvorsitzenden der Altus AG, die als Erbauer und Betreiber des Solarparks fungiert. Die Altus AG ist eine 100-prozentige Tochter der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG mit Firmensitz in Karlsruhe.

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Der Verwaltungsausschuss war sich des Nutzungskonflikts bewusst, dass einerseits zur Umsetzung der Klimawende regenerative Energiequellen zu erschließen und zu unterstützen sind, anderseits aber landwirtschaftliche Fläche geopfert wird. „Solche Anlagen sollten eigentlich auf Dachflächen und Deponien gebracht werden“, meinte die Bad Säckinger Stadträtin Ruth Cremer-Ricken (Grüne). Weiter wurde auf die Bodenverdichtung hingewiesen, die Ackerbau zu einem späteren Zeitpunkt nur erschwert oder gar nicht mehr möglich macht. Auch wurde die Befürchtung geäußert, dass die Landwirtschaft doppelt in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Dann nämlich, wenn als Ausgleichsfläche anstatt Wald wieder landwirtschaftliche Fläche umgewidmet wird.

Keine geeigneten Alternativen

Fakt ist jedenfalls laut Aussage des Stadtplaners, dass die Gemeinde Murg momentan weder Dachflächen noch andere Freiflächen für einen großflächigen Solarpark zur Verfügung hat. Auch der Regionalverband hat keine Einwände gegen das Projekt.

So geht es weiter

Der Verwaltungsrat beschoss gleichzeitig eine frühzeitige Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit, sodass bereits im Herbst der Offenlagebeschluss erfolgen kann. Ausgleichsflächen und Naturschutz sind Gegenstand des Bebauungsplanverfahrens, das bereits am Laufen ist.