Mit ihrer ersten „Online-Fasnachtsproklamation“ will die Narrenzunft Murg heute, am Mittwochabend, einen fasnächtlichen Akzent setzen. Und damit können alle Fasnachtsfreunde in einem sechsminütigen Video Fasnacht im eigenen Wohnzimmer erleben. Es war für Präsident Roland Ebner eine ganz neue Art, das diesjährige Fasnachtsmotto zu verkünden.

Und dieses Motto steht, wie soll es auch anders sein, ganz im Zeichen der Corona-Pandemie: „Trotz Alltagsmaske, Hygieneregle und Abstand halte – Mir wäre froh s‘wär alles wieder bim Alte!“

Die Proklamation kann sich jeder hier im Video anhören.

Murger Unwort des Jahres: „Abgesagt“

Das Motto richte sich in der Regel nach Murger Ereignissen des Jahres, sagt Roland Ebner. „Wenn man dann in 20 Jahren den Jahresorden anschaut, dann weiß man, dass 2020 das Corona-Jahr war“ so der Präsident im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Auch seine Rede stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Nachdem die Fasnachtsmusik des Fröscheloch-Echos auf den besonderen Fasnachtsauftakt einstimmt, spricht Ebner im Narrrennest zwischen brennenden Fackeln am Narren-Podest. Ganz allein. Ohne Publikum. „Do hätt vor me Johr niemand dra glaubt, das uns en Virus die Fasnacht raubt“ sagt er. Und das Murger Unwort des Jahres sei „abgesagt“.

Harald Keller bleibt Narrengötti

Und so sei es auch sinnlos, einen neuen Narrengötti zu benennen. Dieser bleibt wie in der vergangenen Fasnacht weiterhin Harald Keller. Und damit werde er zum sogenannten „Corona-Gewinner“, scherzelt Ebner in seiner Rede. Die erste Gotte Erna Döbele sei auch zwei Jahre in Folge im Amt gewesen, wie sich Ebner erinnert. Denn 1991 sei die Fasnacht wegen des Ausbruchs des Golfkriegs ausgefallen.

Keine Riesen-Stimmung

„Da war nicht die Riesen-Stimmung, aber unsere Motivation war, das anzubieten, was eben möglich ist“, so Ebner über die Idee des Videos. Dieses wurde von Flug-Medien aus Murg geschnitten. „Es war spannend und man lernt auch etwas dabei“, nennt der Narrenpräsident einen positiven Aspekt der Aktion.

Bürgermeister-Absetzung soll stattfinden

Und die Murger Narren wollen auch weiterhin kreativ bleiben in der Durchführung der Fasnacht, so weit es eben die Corona-Verordnung zulasse. So wolle man gerne an der Bürgermeister-Absetzung festhalten. „Im Extremfall würde ich auch ganz alleine dort hingehen“, sagt Ebner.

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Und was macht ein Narrenpräsident am 11.11. zu Corona-Zeiten?

„Den 11.11. so zu erleben, hat mehr weh getan als gedacht“, sagt Ebner. Doch er saß am Abend um 19.11 Uhr mit einer Flasche Wein zuhause und hat auf die Fasnacht angestoßen. Denn: „Wir wollen vernünftig sein und das Beste daraus machen.“

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