Die katholischen jungen Gemeinden (KJG) aus Niederhof und Oberhof-Hänner haben im Jahr 2020 gemeinsam eine „Obstpflückaktion“ gestartet, um Obst von Streuobstwiesen zu retten, das nicht geerntet wurde und sonst verfault wäre. Der Lohn für ihr Engagement ist der dritte Platz beim Umweltpreis 2020, ausgeschrieben von der Erzdiözese Freiburg, Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt. Er ist mit einem Preisgeld von 1900 Euro ausgezeichnet.

Die Katholischen jungen Gemeinden aus Niederhof und Oberhof-Hänner wurden mit ihrer „Obstpflückaktion“ mit dem dritten Platz beim Umweltpreis 2020, der Erzdiözese Freiburg ausgezeichnet.
Die Katholischen jungen Gemeinden aus Niederhof und Oberhof-Hänner wurden mit ihrer „Obstpflückaktion“ mit dem dritten Platz beim Umweltpreis 2020, der Erzdiözese Freiburg ausgezeichnet. | Bild: KjG

Die Idee zur Obstaktion kam den KJGlern in Juli des vergangenen Jahres angesichts der mit reifen Kirschen vollhängenden Bäume, die nicht abgeerntet werden konnten. „Es tat weh, zu sehen, dass die Früchte nutzlos bleiben“, sagte Alina Baier (23 Jahre), sie ist in der Leitungsrunde und im Planungsteam der KjG Hänner aktiv. Für die Kirschen kam die daraus entstandene Aktion zu spät, aber als die Johannisbeeren reif waren, waren es auch die KJGler. Dann ging es Schlag auf Schlag. Es wurde geerntet und verarbeitet bis in den späten Herbst hinein. Viele Besitzer von Streuobstwiesen und Obstgärten meldeten sich bei den jungen Helfern und waren dankbar, dass das Obst geerntet wurde. Die verarbeitete Obsternte wurde teils wieder an die Spender abgegeben oder zum Selbstkostenpreis verkauft.

Der Hintergrund

Alina Baier sagte zur Aktion: „So viele Menschen hatten Freude an dem Projekt, das motiviert uns, auch in diesem Jahr weiterzumachen.“ Wünschen würde sie sich, dass sich noch andere Gruppen aus der Region aktiv daran beteiligen. Sascha Müller aus Niederhof hat im Rahmen eines Schulprojekts eine Presse für Apfelsaft gebaut. Sie kam bei der Obstaktion stark zum Einsatz. Damit wurden rund 600 Liter Apfelsaft gepresst. Es wurde zudem aber noch mehr Saft hergestellt und viele Gläser mit unterschiedlichsten Marmeladen, Gelees und Mus eingekocht. Zudem wurde reichlich frisches Obst an Haushalte verteilt. Rund 30 Jugendliche waren bei der Aktion mit dabei.

Die Preisverleihung

Eine achtköpfige Jury der Erzdiözese bewertete im Vorfeld die 33 eingesandten Projekte. Zehn Preisträger wurden ausgezeichnet. Am vergangenen Freitag fand, bedingt durch die Corona-Pandemie, die Preisverleihung virtuell per Livestream aus dem Münsterforum in Freiburg statt. Die einzelnen Preisträger wurden dabei in kurzen Filmen mit ihren Projekten vorgestellt. Weihbischof Peter Birkhofer, Bischofsvikar für Schöpfung und Umwelt und Schirmherr des Umweltpreises, zeichnete gemeinsam mit dem Ehrengast, Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, die Gewinner in der Online-Preisverleihung aus. Der Einsatz für die Umwelt soll weitergehen, auch zukünftig wird es den Umweltpreis der Erzdiözese geben.