Der Ortschaftsrat Hänner ist beim geplanten Solarpark am südlichen Ortsrand außen vor geblieben. „Alles ist schon am Laufen“, vermeldete Ortsvorsteher Dieter Muck in der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Entsprechend verärgert äußerten sich die Ortschaftsräte.

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Es geht um einen Solarpark am südlichen Ortsrand von Hänner, dessen Konzept im Januar im Gemeinderat vorgestellt worden war. Das Gremium stimmte zu, die Verwaltung wurde außerdem beauftragt, die erforderlichen baurechtlichen Schritte einzuleiten. Auch war damals die Rede davon, dass der Ortschaftsrat Hänner zu diesem Projekt gehört würde. Dazu kam es aber nicht. Stattdessen liegt der Vorentwurf des Bebauungsplans bereits seit 15. April öffentlich aus und kann im Internet eingesehen werden. Die Frist für die Abgabe von Stellungnahmen endet am 21. Mai. Anregungen oder Einwendungen zum Projekt sind nur noch auf diesem Wege möglich.

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Dabei steht das Gros der Ortschaftsräte vor dem Hintergrund des Klimawandels grundsätzlich positiv zum Solarpark. Zumal sich zwei weitere Solarparks in unmittelbarer Nachbarschaft befinden. Der Ortsvorsteher sagte: „Ich bin weiterhin dafür. Der Solarpark kann 475 Haushalte versorgen, dass sind fast so viele Haushalte wie wir in Hänner haben.“ Muck verwies außerdem auf die 1296 Tonnen CO2-Einsparung im Vergleich zu einem Steinkohlekraftwerk. Aber: „Mir stinkt, dass, ohne den Ortschaftsrat zu befragen, entschieden wurde“, brachte Werner Langendorf (Freie Wähler) die Stimmungslage im Gremium auf den Punkt.

Weitere Kritikpunkte

Auch der Ortsvorsteher betonte, dass der offizielle Weg nicht eingehalten worden sei. Ratskollege Stefan Ganser (Freie Wähler) brachte, wie schon im Januar, kritisch ein, dass Ackerfläche dem 2,5 Hektar großen Solarpark zum Opfer falle. Im Nachhinein als nicht korrekt erwies sich die Aussage aus der Januarsitzung des Gemeinderats, dass eine Bürgerbeteiligung vorgesehen sei. „Es sind keine Privaten dabei“, beantwortete Ortsvorsteher Dieter Muck auf Anfrage aus dem Publikum.

Der Betreiber

Erbauer und Betreiber des Solarparks ist die Altus AG eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG mit Firmensitz in Karlsruhe. Das Grundstück ist im Besitz der Familie des Vorstandsvorsitzenden der Altus AG.