Er war schon im Einsatz auf Konzerten von Metallica, Pink und Helene Fischer. Doch dieses Jahr läuft es wegen der Corona-Pandemie schlecht für Pyrotechniker Klaus Wunderle aus Murg, denn Absage folgt auf Absage. Mit der Vermietung von Feuerschalen macht er deshalb nun ein neues Geschäftsfeld auf.

Das Rheinfelder Silvesterfeuerwerk im vergangenen Jahr hat Klaus Wunderle gestaltet.
Das Rheinfelder Silvesterfeuerwerk im vergangenen Jahr hat Klaus Wunderle gestaltet. | Bild: Horatio Gollin

Beim Lichtereinkaufsabend in Rheinfelden hätten die im Oktober erworbenen Feuerschalen zum Einsatz kommen sollen, allerdings fällt die Veranstaltung wegen des Teil-Lockdowns im November ins Wasser. Die Feuerschalen und die sie tragenden, bis zu zwei Meter hohen Säulen stehen noch verpackt auf einer Palette im Hof von Showeffekte Wunderle. Klaus Wunderle macht nicht nur Pyrotechnik, sondern bietet alle Arten von Spezialeffekten an. In der Werkstatt stehen auch andere Maschinen, um Nebel, Schaum oder Bühnenblitze zu erzeugen, und auch Musikanlagen und Beleuchtungen. Dieses Jahr kommt diese Ausrüstung aber kaum zum Einsatz.

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Wunderle bietet auch Pyrotechnik und Spezialeffekte für den Innenbereich an und war schon tätig bei Musicals in Basel und am Theater in Zürich. Er war bei Konzerten von Pink, Metallica, Rammstein, der Kelly Family und Helene Fischer aktiv. Für Konzerte des österreichischen Sängers Andreas Gabalier war Wunderle in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einsatz. „Als Jugendlicher hat mich Feuerwerk gar nicht interessiert“, erklärt der 65-jährige gelernte Maschinenmechaniker. Richtig in Kontakt mit den Spezialeffekten kam er erstmals 1986 als Helfer bei den Rheintal Musikanten und fand Gefallen an Flammen, Rauch und Knallerei. Seit rund 25 Jahren ist er nun hauptberuflich Pyrotechniker.

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Vergangenes Jahr hat er oft die Feuerwerkslogistik für Veranstaltungen übernommen und ist mit seinem Sprinter viel im süddeutschen Raum und der Schweiz herumgekommen. Die Auslastung des Fahrzeugs erreicht dieses Jahr allerdings nur zehn Prozent im Vergleich zu 2019, da seit März praktisch nichts mehr läuft. Beim Lockdown im Frühjahr konnte er noch Corona-Hilfen beantragen, doch beim Shutdown im November geht er leer aus, da auch in anderen Jahren im November kaum Umsatz anfällt. Wichtig wäre für ihn die Open-Air-Saison im Sommer gewesen. „Gerade da lief aber gar nichts“, erklärt Wunderle.

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Auch das Rheinfelder Silvesterfeuerwerk wurde abgesagt. Wunderle hätte das mit Musik unterlegte Feuerwerk bei der alten Rheinbrücke zum vierten Mal ausgerichtet. Das Jahr ist aber gekennzeichnet durch Absagen, während Wunderle im Frühjahr noch einige Einkäufe getätigt hat, sodass die Werkstatt voll ist. „Wir haben für Musicals im Gloria-Theater investiert, was auch still steht. Eins kommt nach dem anderen“, sagt Ehefrau Monika. Auch das Verbot von privatem Feuerwerk in Bad Säckingen dürfte sich auf den Verkauf an Privatpersonen negativ auswirken, der ohnehin auf die drei Tage vor Silvester beschränkt ist.

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Wunderle möchte die Feuerschalen auch Privatpersonen zum Mieten für Feiern im heimischen Garten, etwa zu Geburtstagen oder Silvester, anbieten. Insgesamt 15 Feuerschalen mit verschieden hohen Säulen hat er angeschafft. Bestückt mit Sturmkerzen sorgen die Schalen auch bei Wind für ein schönes Ambiente. Er tüftelt derzeit noch daran, ob ein Betrieb der 15 bis 20 Kilogramm schweren Konstruktionen auch mit Gas möglich ist.

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Den Pyrotechniker zu engagieren, hat einen gesetzlich vorgeschriebenen Vorlauf von 14 Tagen. Je nach Einsatz hätte Wunderle gerne auch noch mehr Zeit, da oftmals noch Material besorgt werden muss. Wenn nur die Feuerschalen gemietet werden sollen, ist das aber auch kurzfristig möglich.

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