Das Landratsamt Waldshut hat am Donnerstag steigende Corona-Zahlen gemeldet. 461 Personen (Vortag: 392) im Landkreis Waldshut waren an Covid-19 erkrankt. Als Gründe für den Anstieg nennt das Landratsamt „kleinere, mittlere und auch größere Ausbrüche in Firmen“ des Landkreises Waldshut. Betroffen von Ausbrüchen ist auch ein Unternehmen in Murg. Außerdem gab es Coronafälle in zwei Kindergärten in der Gemeinde.

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Das Unternehmen Global Safety Textiles (GST) bestätigte auf Anfrage des SÜDKURIER, dass die dritte Corona-Welle den Produktionsstandort Murg Mitte April „mit voller Wucht“ getroffen habe. Durch das regelmäßige Vornehmen von Selbsttests und einer großen PCR-Testaktion sei es gelungen, die Situation wieder schnell unter Kontrolle zu bringen, schreibt die GST in ihrer Stellungnahme. Die Verläufe seien glücklicherweise leicht gewesen und bereits fast alle Mitarbeiter aus der Quarantäne zurück.

GST weist auch darauf hin, dass mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ein umfangreiches Konzept unter anderem mit Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln entwickelt und eingeführt worden war, sodass es während der ersten und zweiten Welle in den vergangenen zwölf Monaten nur vier vereinzelte Fälle gegeben habe.

Der Anstieg

Der Ausbruch des Coronavirus in der GST erklärt weitgehend den Anstieg von Coronafällen in der Gemeinde Murg ab etwa Mitte April. Laut der Coronastatistik des Landratsamts Waldshut gab es am 1. April in der Gemeinde Murg elf Fälle, am 9. April bereits 20 und bis zum 30. April schließlich 31 Fälle. Mit Stand Donnerstag, 6. Mai, hatte die Gemeinde Murg 35 Coronafälle und damit im Vergleich zu den einwohnerstärkeren Nachbargemeinden eine erhöhte Anzahl von Fällen (Bad Säckingen 38, Laufenburg 20).

Die Quarantäne

Da in der Regel auch Familienangehörige betroffen sind, wirkt sich dies zusätzlich auf die Infektionslage aus. Mit Stand vom 5. Mai waren gemäß Auskunft der Pressestelle des Landratsamtes Waldshut in der Gemeinde Murg 78 Personen in Quarantäne.

Die Kindergärten

Darunter sind auch viele Kindergartenkinder mit ihrer Familie. Sowohl im Kindergarten St. Josef in Murg wie auch im Kindergarten Arche Noach in Niederhof erkrankte jeweils ein Kind an Corona. Da im Kindergarten St. Josef die Kinder zwischen der Kleingruppe (zwölf Kinder) und der normalen Gruppe (25 Kinder) wechseln, musste der Betrieb am 29. April ausgesetzt werden. Seit Donnerstag können Kinder mit einem negativen PCR-Test die Einrichtung wieder besuchen. Im Kindergarten Arche Noach sind die vier Gruppen getrennt, sodass seit Montag lediglich eine Gruppe mit 23 Kindern samt ihren beiden Erzieherinnen und einer Praktikantin in Quarantäne mussten.

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Die Erzieherinnen in den Murger Kindergärten werden zweimal in der Woche getestet. Zunächst testete die Schwarzwaldapotheke Murg, seit Mai jene Erzieher, die eine entsprechende dafür Schulung erhalten haben. Die Schnelltests stellt die Gemeinde zur Verfügung. Inzwischen empfiehlt die Landesregierung auch Schnelltest für die Drei- bis Sechsjährigen in den Kindergärten. Manuel Polder vom Ordnungsamt erklärte dazu, dass sich die Bürgermeister und der Landkreis darüber abgestimmt hätten, eine einheitliche Lösung zu finden. „Wir warten dieses Ergebnis ab“, so Polder.