Für Hänner-West wird es mit dem Breitband langsam ernst. Die Verlegung der Leerrohre in den Straßen und bis in die Häuser ist abgeschlossen, und zurzeit sind die Spezialisten dabei, die Glasfasern in die Leerrohre einzublasen. Liegt die Glasfaser, kann das Signal für das schnelle Internet kommen.

„Es ist wieder mal ein Meilenstein erreicht. Wir kommen gut voran“, so Bürgermeister Adrian Schmidle und Bauamtsleiter Karl-Heinz Peter am Dienstvormittag beim Pressegespräch vor dem sogenannten Pop (Point of Presence)-Gebäude, dem Herzstück der Glasfaserverkabelung. In dieser Technikzentrale ist die Schnittstelle der Glasfaser-Ortsnetze zum Backbone-Netz des Landkreises Waldshut. Hier werden die Glasfasern mit den Lichtsignalen belegt, die bis in die angeschlossenen Häuser durchlaufen.

Das Kabel kommt in die Häuser

Seit etwa drei Wochen werden die Glasfaser-Leitungen in die Leerrohre eingezogen, oder eingeblasen, wie der Fachmann sagt. Die Hauptkabel sind inzwischen verlegt. Jetzt sind die Fasern ausgehend von den Trafostationen aus in die einzelnen Häuser an der Reihe. „Das ist eine anspruchsvolle Arbeit“, erklären Matthias Ketterer und Dominik Zöller, der für Tillig Ingenieure aus Dogern die Glasfaser verlegen. Denn das Einblasen der Glasfaser ist zum einen Präzisionsarbeit und muss zum anderen terminlich mit jedem Hausbesitzer abgestimmt werden. Während ein Fachmann an Spezialgeräten das Einblasen überwacht, ist ein zweiter im Haus vor Ort und prüft, ob die Glasfaser auch ankommt. Dieser Vorgang wird für jedes Haus genauestens protokolliert.

Liegt die Glasfaser erst einmal im Haus, ist der Anschluss aber noch nicht betriebsbereit. Wie Matthias Ketterer erklärt, hat der jeweilige Hauseigentümer eine sogenannte Wohnungsabschlussdose zu setzen und für die Verkabelung im gesamten Gebäude zu sorgen, damit die Signale später im Haus beziehungsweise den Wohnungen verteilt werden können.

Bis im September, so die Schätzung der Verantwortlichen, sei das Netz in Hänner-West einsatzbereit. Dann kann das Signal kommen. „Der Zweckverband Breitband des Landkreises arbeitet mit Hochdruck daran“, erklärt Ingenieur Achim Baumester von Tillig Ingenieure aus Dogern. Die Hoffnung ist, dass das schnelle Internet noch im Herbst zur Verfügung steht.

Im Landkreis Waldshut ist zwar die Firma Stiegeler aus Schönau im Wiesental Betreiber des Breitbandnetzes. Aber: „Das Netz ist für jeden anderen Netzbetreiber offen“, betont Matthias Ketterer und zeigt auf die entsprechenden Vorrichtungen im Pop-Gebäude.

Bereits seit Dezember sind die Tiefbauarbeiten für das Leerrohrnetz im zweiten Bauabschnitt Hänner-Ost im Gange. Der Breitbandausbau in Oberhof ist für 2023 geplant.