Der Haushalt 2021 der Gemeinde Murg ist unter Dach und Fach. Nach Vorberatungen in der Januarsitzung beschlossen die Gemeinderäte am Montagabend in der Sabine-Spitz-Halle mehrheitlich die Haushaltssatzung 2021. Defizite sowohl im Ergebnis- wie auch Finanzhaushalt 2021 und eine Kreditaufnahme. Die fetten Jahre sind vorbei. Konnte dank guter Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren ohne große Kredite gewirtschaftet werden, ändert sich das mit dem Haushaltsjahr 2021.

Schulden in Höhe von acht Millionen Euro

Aufgrund Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer und im Finanzausgleich wird der Schuldenstand 2021 auf etwas mehr als acht Millionen Euro anwachsen. „Acht Millionen, das hört sich viel an, wenn man aber auf das Geleistete schaut, lässt sich das gut darstellen“, verwies Bürgermeister Adrian Schmidle auf die Großprojekte wie Murger Mitte und das Ärzte- und Apothekenhaus und betonte: „Wir ernten jetzt erste Früchte.“ Schmidle erinnerte außerdem an den „Masterplan in Abstimmung mit dem Leitbild“ und meinte: „Wir haben einen roten Faden, wir sollten diesen auch nicht verlassen.“

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Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit, bereits begonnene Projekte zu Ende zu bringen und an Pflichtaufgaben wie Schulen und Kindergärten nicht zu sparen, mahnte Rat Roland Baumgartner (FW) an: „Ich erwarte einen gewissen Sparwillen, was können wir uns leisten.“ Baumgartner verwies unter anderem auf die Murger Mitte, die 2011 mit etwa fünf Millionen Euro angesetzt war und inzwischen über 15 Millionen Euro kostete: „Das ist nicht wirklich vergleichbar, weil vieles dazugekommen ist, aber es wären Sparmöglichkeiten gewesen.“ Mit Blick auf die wachsende Verschuldung bis 2024 meinte Baumgartner weiter: „Kann es unser Ziel sein, 21,6 Millionen Schulden zu hinterlassen?“

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Auch Rätin Gabriele Döbele-Kreutz (CDU) warnte: „Wir sollten wirklich achtgeben, dass und die Finanzen nicht aus den Händen gleiten.“ Die Rätin meinte weiter, nach den riesigen Schritten in der Vergangenheit ginge es nun darum mit kleinen Schritten weiterzugehen und mit allen Projekten Augenmaß zu halten.

Rat Georg Kirschaum (SPD) hatte schon bei den Haushaltsberatungen auf die Einnahmenseite verwiesen und wiederholte: „Wir können bei der Ausgabenseite relativ wenig machen, wir müssen die Einnahmen optimieren.“ Kirschbau konstatierte weiter, die wirtschaftlichen Verbesserungen dank der Investitionen, meinte aber dennoch: „Wir müssen uns über die Schuldenaufnahmen der nächsten Jahre unterhalten.“ Seitens der Grünen verwies Rat Klaus Bossert auf die engen Spielräume im Haushalt 2021 und meinte: „Wir sind noch gut davon gekommen. Das ist ein seriöser Haushalt.“

Gegen den Haushalt stimmte Rätin Angelika Eckert (CDU): „Für mich ist in Sachen Schulden der Punkt erreicht, wo wir erst einmal schauen sollten, wie es mit der Wirtschaft weitergeht.“