Coronabedingt war die Mitgliederversammlung der Narrenzunft Murg 2020 ausgefallen und ging auch 2021 nicht im gewohnten Rahmen über die Bühne. Erstmals versammelten sich Vorstand und Mitglieder online per Zoom. Und zum ersten Mal wurde der Vorstand per Briefwahl gewählt. Bürgermeister Adrian Schmidle, ebenfalls per Zoom zugeschaltet, gab das Ergebnis bekannt und konnte fast dem kompletten Vorstand zur Wiederwahl gratulieren. Roland Ebner bleibt Zunftpräsident, Wolfgang Büttner sein Stellvertreter. Allerdings wollen beide nur noch ein Jahr anhängen und 2022 ihr Amt abgeben.

„Diese Entscheidung steht fest“, betonte Präsident Roland Ebner über seinen Abschied und gab als wichtigste Aufgabe bis 2022 vor, eine Lösung für die Führung des Vereins zu finden. Der aktuelle Vorstand ist seit acht Jahren mit nur kleinen Veränderungen im Amt: „Das zeigt, dass wir im Verein eine gute Kultur haben“, betonte der Präsident. In ihren Ämtern bestätigt wurden Kanzelar Anne-Kathrin Dietrich, Zeremonienmeister Johannes Dietrich, Säckelmeister Bernd Schmid, Orgachef Benjamin Schwarz, Narrennestchef Ronnie Schellin, Kämmerer Hanspeter Schellin, Dekochefin Tanja Keller und Zunftwirt Frank Keller. Neu im Amt ist Tobi Bukowski als Narrenvater. Von ihren Cliquen bereits im Vorfeld bestimmt und von der Versammlung bestätigt wurden Oberelfer Harry Müller, Oberfähri Sven Rüdiger und Oberhelgeringer Nina Karle.

Wehmut kam beim Rückblick auf die beiden zurückliegenden Vereinsjahre auf. Noch 2019 feierten die Fährigeister ihr 60-Jähriges Bestehen, doch nach der Fasnacht 2020 war Schluss. Das Vereinsleben kam zum Erliegen. Slow-up, Oldie-Night, Public Viewing – sämtliche Veranstaltungen, die Geld in die Kassen der Fasnächtler spülen, fielen Corona zum Opfer. Die Fasnachtsproklamation im Novemver erfolgte am Bildschirm. „Fasnacht geht online nicht. Der einzige Gewinner war Harald Keller, der zum zweiten Mal zum Fasnachtsgötti ausgerufen wurde“, so Kanzelar Anne-Kathrin Dietrich.

Glück für die Kassen der Narrenzunft war, dass das Narrentreffen der Vereinigung Hochrheinischer Narrenzünfte 2019 reichlich Einnahmen beschert hatte, so dass Säckelmeister Bernd Schmid finanzielle Durststrecke leichter zu bewältigen ist. Auch im Narrennest hielten sich Ein- und Ausgaben die Waage.

Der Wunsch aller Fasnächtler ist, dass bald wieder alles beim Alten ist. „Momentan ist die Fasnacht im Standby, aber unsere Zeit kommt wieder, haltet durch“, hofft Ebner. Eine Arbeitsgruppe solle die Murger Fasnacht durchleuchten, kündigte er an. Es gehe darum, ein Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Dieses werde zunächst dem Zunftstab, dann allen Mitgliedern vorgestellt. Die Helgeringer Maidli loten aus, wie das 33-jährige Bestehen in Coronazeiten gefeiert werden kann.