„Die Energiewende läuft noch schleppend“, konstatierte Irene Knauber, Technische Leiterin Geschäftseinheit Deutschland der Energiedienst AG Rheinfelden, am Donnerstagabend in Hänner im Schmiedledick-Saal am Bürgerdialog anlässlich der Auftaktveranstaltung im Rahmen des Projekts „Energiezukunft selbst gestalten“.

Mit dem Projekt C/sells soll über eine kluge Vernetzung im Bereich rund um intelligente Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und Stromeinspeisung ins Netz dieser Prozess in Gang kommen. Die Zeit drängt. Bis 2050 soll die Energiewende geschafft sein.

Murg eine unter mehreren Pilotgemeinden

Eingeladen zur Informations- und Diskussionsrunde hatten die Gemeinde Murg und als regionaler Energieversorgung die Energiedienst AG. Murg ist als Pilotgemeinde zusammen mit einigen anderen Gemeinden in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen aktiv am Projekt beteiligt. Allerdings bedarf es dazu auch der Mitarbeit möglichst vieler Bürger.

Dazu solle eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Das Interesse der anwesenden Bürger am Projekt war groß. Es bestand jedoch ein beträchtlicher Diskussionsbedarf. Aber auch die Hintergründe des Projekts waren den Anwesenden nicht wirklich bewusst. Etwas Licht ins Dunkel brachten Oliver Maicher, Projekt-Ingenieur bei Energiedienst und Niks Hoesch, Teamleiter des Bereichs E-Mobility bei der Energiedienst.

Intelligente Vernetzung als Schlüssel

Kurz gesagt soll mit dem Projekt C/sells eine praxistaugliche Option dargestellt werden, wie die Energiewende, fußend auf Erneuerbaren Energien, umgesetzt werden kann. Dabei sind die beteiligten Akteure innerhalb eines intelligenten Energiesystems dezentral miteinander vernetzt.

Das Energiesystem in C/sells besteht aus vielen unterschiedlichen Zellen. Jede Zelle kann selbst Energie erzeugen, verteilen und nutzen. Gemeinsam bilden alle Zellen die Infrastruktur des Energiesystems, das C/sells digitalisiert.

„Blaupause“ für das zukünftige Energiesystem

In Zukunft müssen die Stromnetze für den flexiblen Austausch von Energie, vor allem auch aus regional erzeugter Wind und Sonnenenergie, ausgelegt werden. Ziel der Aktion ist es eine Art „Blaupause“ des zukünftigen Energiesystems anzulegen, um damit zu zeigen, wie die Energiewende in Deutschland umgesetzt werden kann.

Irene Knauber betonte, dass es zur Verwirklichung der Mithilfe der Bürger bedürfe. Um mitzumachen, genüge es auch „nur“ Energie-Verbraucher zu sein.

Der Murger Klimaschutzmanager, Maximilian Rüttinger, informierte eingangs der Veranstaltung über die bereits lancierten Projekte der Gemeinde Murg im Bereich der Klimaschutzmaßnahmen. Rüttinger betonte: „Das Projekt C/sells ist eine gute Möglichkeit für den Einzelnen, sich einzubringen.“

Einige der anwesenden Bürger bekundeten bereits ihre Teilnahme an diesem Klimaschutz-Projekt. Die Organisatoren hoffen, dass noch etliche weitere Interessierte dazukommen, was noch immer möglich ist.