Viel hat der ugandische Pfarrer Peter Basaliza Mubunga mit Hilfe hiesiger Spender schon erreicht: Für 30 000 Euro, die vor allem durch den Einsatz der „Z‘Nüni-Frauen“ gesammelt worden waren, baute er in Kasese die Klinik St. Joseph Moscati. Nun werden weitere Spenden für die Anschaffung eines Krankenwagens benötigt – ansonsten droht der Klinik die Schließung. Dies berichteten Father Peter, Claudia Jacobasch und Irmgard Kläsle von den „Z‘Nüni-Frauen“ am Mittwoch bei einem Vortrag im Murger St.-Magnus-Haus.

Father Peter, Claudia Jacobasch und Irmgard Kläsle (von links) informierten über die Hilfsprojekte in Uganda.
Father Peter, Claudia Jacobasch und Irmgard Kläsle (von links) informierten über die Hilfsprojekte in Uganda. | Bild: Michael Gottstein

Die im Februar 2018 eröffnete Klinik verfügt über einen Behandlungs- und Untersuchungsraum, vier Krankenzimmer mit neun Betten, eine Küche und einen Sanitärtrakt sowie ein Labor. Die Pflegekräfte können Krankheiten wie Malaria, Typhus, Aids, Tuberkulose und Diabetes diagnostizieren und entsprechende Medikamente ausgeben.

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Anders als in Uganda üblich, behandelt das private Haus kostenlos Patienten, die kein Geld haben. Die „Klinik“ ist zwar nach europäischen Standards kein Krankenhaus, sondern eher eine Krankenstation, bedeutet aber eine enorme Hilfe für die Menschen in der ländlichen Umgebung.

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Kürzlich sind jedoch zwei Patienten gestorben, weil die Klinik nicht über einen Rettungswagen verfügte und sie somit nicht in das nächste größere Krankenhaus bringen konnte. Die ugandischen Behörden drohen nun mit der Schließung, sollte nicht bald ein Rettungswagen für 20000 Euro angeschafft werden. Die Spenden werden so schnell wie möglich benötigt, ansonsten würden die bisherigen Fortschritte zunichte gemacht. Claudia Jacobasch hatte die Klinik zu Ostern dieses Jahres besucht und dabei eine Wasserfilteranlage mit Generator und Solarmodule für insgesamt 2500 Euro angeschafft.

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Bisher hatte die Klinik ihr Trinkwasser aus dem Fluss bezogen, doch weil das Wasser verunreinigt war, litten Patienten und Personal öfters an Typhus und anderen Infektionskrankheiten. Die neue Anlage mit Keramik-, Aktivkohle- und Silberfilter kann nahezu alle Keime entfernen, und das saubere Wasser wird auch an die Menschen aus der Umgebung ausgegeben. Da der Staat die Klinik nicht unterstützt, erhält sie von hiesigen Spendern pro Quartal 1500 Euro für die medizinische Ausstattung. Auch das Weltlädeli aus Murg beteiligte sich mit 2000 Euro an der Klinik und der Bildungsförderung.

Ausbildung ganz wichtig

Auch die Ausbildung junger Menschen aus armen Familien ist den „Z‘Nüni-Frauen“ ganz wichtig, denn in Uganda sind auch staatliche weiterführende Schulen gebührenpflichtig. Father Peter, der zurzeit Ferienvertretungen in der Seelsorgeeinheit Bad Säckingen-Murg übernimmt, dankte für die Hilfe und stellte zwei junge Frauen vor, denen die Spender eine Ausbildung ermöglicht hatten: Anastasia hatte ihren Master in Finanzmanagement gemacht, Jeanette eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert. „Das Denken der Menschen wird durch die Ausbildung verändert, selbst wenn sie nicht immer den erhofften Job finden“, so Father Peter. Anastasia wollte bei einer Bank arbeiten, doch als dies nicht klappte, eröffnete sie eine Dorfschule. Und Jeanette verkauft inzwischen Medikamente. Auch drei Ordensschwestern lassen sich zu Krankenschwestern ausbilden und wollen in der Klinik St. Joseph Moscati arbeiten. „Bildung und Gesundheitsversorgung sind die Schlüssel, um das Bevölkerungswachstum in Afrika zu begrenzen“, resümierte Willi Moosmann vom Weltlädeli.