Die Murger Bürger beschäftigt dieser Tage eine Treppe. Seitdem der Gemeinderat in der Septembersitzung mit nur einer Stimme Mehrheit die Schließung der Treppe vom Murgtal hinauf zur Kirchstraße beschloss, ist die Treppe Gesprächsthema Nummer eins in Murg. Die Kritik der Bürger zeigte nun Wirkung. Die Zukunft der Treppe wird im Gemeinderat noch einmal verhandelt.

Nach dem Aus für die Treppe meldeten sich Bürger unter anderem in Leserbriefen an die lokale Presse zu Wort. Montagabend in der Gemeinderatssitzung verlas Claudia Völkle vom Kindergarten St. Hildegard dann jenen Brief, der von den Erzieherinnen verfasst worden war.

„Es ist für uns ganz wichtig, dass die Treppe wieder aufgemacht wird“, erklärte Völkle in Richtung der Ratsrunde und betonte, dass nicht nur Kinder, sondern auch Senioren den Weg nutzten: „Auch Senioren gehen lieber den sicheren Weg“, so Völkle vor dem Hintergrund des teilweise sehr schmalen Gehwegs längs der Kirchstraße. Mit dem neuen Kindergarten mache eine Schließung keinen Sinn, meinte Völkle weiter.

Bürgermeister Adrian Schmidle stellte daraufhin zur Diskussion, ob die Treppe noch einmal auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen genommen werden sollte. Rat Klaus Bossert (Grüne) befürwortete eine erneute Beratung: „Wir sind uns einig, dass das nochmals besprochen werden sollte.“ Das sei falsch entschieden worden. Auch Ratskollegin Gabriele Kreutz-Döbele (CDU) wollte „unbedingt noch einmal verhandeln.“

Rat Roland Baumgartner (FW), der sich schon in der Septembersitzung gegen eine Sanierung und damit für Schließung der Treppe ausgesprochen hatte, bekräftigte seinen Standpunkt: „Ich halte sie nicht für notwendig.“ Ratskollegin Edith Becker (FW) schloss sich an: „Ich bin dagegen, wir haben eine Entscheidung getroffen.“

Sie habe ein Problem damit, wie mit Geldern umgegangen werde, so Becker zu den Kosten über 90 000 Euro, die für eine Sanierung erforderlich wären. Beide Räte warnten davor, bei kritischen Bürgerstimmen „einzuknicken“. Bei vier Nein und vier Enthaltungen stimmte die Mehrheit der Räte für eine nochmalige Beratung über die Zukunft der Treppe.