Murg Skadefryd im Café Verkehrt: Der Klang des Mittelalters in zehn Sprachen

Die Spielleute Skadefryd spielen im Oberhofer Café Verkehrt historische Marktmusik mit einem eigenen Charme.

„Danke für das Handgeklapper“, so bedankt sich Gunnar der Trobador für Applaus. Gunnar gehört zu den „Spielleuten Skadefryd“, die mit ihrer mittelalterlichen Marktmusik am Freitag im „Café Verkehrt“ in Oberhof auftraten. Eine Band aus der Geschichte an einem geschichtsträchtigen Ort.

Immerhin war dort, wo heute das Café Verkehrt der Kultur eine Bühne bietet, früher eine Pferdewechselstation. Pferde kamen im Repertoire von Skadefryd weniger vor, dafür segelt die siebenköpfige Truppe gerne über die Meere. Und egal, ob auf Handels- oder Piratenschiffen, es ging gerne derb zu. „Ein Fass voller Wein“ ist nicht unbedingt eine gute Idee auf einem Segelschiff, da geht im Suff gerne mal einer über Bord. Aber zimperlich durfte man als Seemann nicht sein, das nasse Grab war bei jeder Reise eine Option.

Nicht nur auf dem Meer fühlen sich Skadefryd daheim, auch dunkle Spelunken und enge Gassen sind ihr Zuhause. Die Spielleute gefallen mit ihren Liedern von Tod und Teufel und ihrem Auftreten, bei dem sie sich auch gerne selbst mal auf die Schippe nehmen und es mit dem Anstand nicht so genau nehmen. „Sauft Brüder, sauft“, „Papst und Sultan“ oder „Wein, Weib und Gesang“ sind nur ein paar Titel aus ihrem abwechslungsreichen Repertoire, die das beweisen.

2014 gewannen die Spielleute beim Straßenmusikerfestival in Emmendingen den Publikumspreis, die Emmendinger Flöte, und in diesem Jahr ebenfalls den Publikumspreis beim Wettbewerb für Barden und Spielleute der 13. Staufener Zeitreise, das Goldene Huhn. "Huldigt dem Huhn", klang denn auch mehrfach durch das Café Verkehrt, das an diesem Abend noch ein paar Besucher mehr verkraftet hätte. Begegnet die mittelalterliche Musik einem bei einem entsprechenden Fest, sorgt sie sofort für Aufmerksamkeit. Die Publikumspreise beweisen, dass die Leute bei den Spielleuten Skadefryd offenbar besonders gerne stehenbleiben und zuhören.

In insgesamt zehn Sprachen singen die Spielleute, deutsch, englisch, französisch, schwedisch gehören unter anderem dazu.

Neben Titeln, die sehr leicht dem Mittelalter zuzuordnen sind, haben die Spielleute auch Songs im Repertoire, die man vielleicht nicht unbedingt in diese Zeit packen würde. Etwa „Scarborough Fair“, das vor allem durch das Duo Simon and Garfunkel berühmt wurde. Tatsächlich ist aber auch dieser Song auf das England des Mittelalters zurückzuführen. Oder „Loch Lomond“, das durch die Band „Runrig“ bekannt wurde. Das Lied entstand nach einem Gedicht, das der Soldat Donald McDonald an seine Geliebte Moira schrieb, während er im Jahr 1745 auf seine Hinrichtung wartete.

Lebendig bleiben diese schaurigen, traurigen aber auch schönen, derben und heiteren Geschichten durch Gruppen wie die Spielleute Skadefryd.

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