Zwei besonderen Stimmen konnte im Rahmen des "Stimmen on Tour"-Festivals im Café "Verkehrt" gelauscht werden. Markus Muffler, der seit 2013 musikalischer Leiter des Festivals ist, begrüßte die zahlreich erschienenen Zuhörer und eröffnete den vierten Auftritt des mittlerweile bereits zum 25. Mal stattfindenden Stimmen-Festivals. "Im Café Verkehrt lässt man sich auf die Musik ein. Das ist einer der Gründe, warum das Festival schon zum dritten Mal hier gastiert", erklärte Muffler.

Ruhig und meditativ

Den ersten Konzertteil durfte der Schotte Kenny Anderson alias "King Creosote" gestalten, der mit seiner ruhigen und meditativen Stimme eine ganz eigene Interpretation des schottischen Indie-Folk auf die Bühne brachte. Mit seinem Akkordeon spielte er vor allem gefühlvolle Balladen und sanftmütige Melodien. Die Zusammenarbeit mit Jon Hopkins brachte dem gemeinsamen Album "Diamond Mine" (2011) Nominierungen für den Mercury Prize und den Scottish Album of the Year Award ein. Im Café "Verkehrt" spielte King Creosote Songs wie "Yellow Bird" oder "Friday night in New York". Er begeisterte zudem mit seinem schottischen Humor und seiner charmanten Art.

Becca Stevens (links) und Michelle Willis stellten ihr neues Album "Regina" vor und begeisterten mit kraftvollen Stimmen und harmonischen Duetts.Bild: Michelle Güntert
Becca Stevens (links) und Michelle Willis stellten ihr neues Album "Regina" vor und begeisterten mit kraftvollen Stimmen und harmonischen Duetts.Bild: Michelle Güntert

Der zweite Teil des Abends gehörte den US-Amerikanerinnen Becca Stevens und Michelle Willis, die mit hellen und kraftgeladenen Stimmen auftraten. Stevens, die von der New York Times als "New Yorks bestbehütetes Geheimnis" bezeichnet wurde, stellte ihr neues Album "Regina" (2018) vor. Dieses ist von berühmten Frauen, allen voran Queen Elizabeth I., inspiriert worden. Aus dem Album präsentierte das Duo unter anderem das Titelwerk "Regina", aber auch Songs wie "Venus" und einen Song zu Ehren Freddy Mercurys, dem ehemaligen Queen-Frontsänger. Dazu habe Stevens sich Interviews der Rock-Legende angesehen und aus dessen Antworten ihre Lyrics gewonnen. Der Abend erhielt mit dem ruhigen und harmonischen Beginn von King Creosote und dem ästhetischen und kräftigen zweiten Teil von Becca Stevens und Michelle Willis eine dramaturgische Spannungskurve, die einen Vorgeschmack auf das bevorstehende Stimmen-Festival bot.