In gewohnt gewitzter Fasnachtsmanier hat die Narrenzunft Murg bei ihrem traditionellen Empfang das neue Jahr eingeläutet. Doch für die Murger Narren ist es nicht irgendein Jahr, es ist das Jahr des großen VHN-Narrentreffens. Die bekanntlich schönste Freude, die Vorfreude auf die fünfte Jahreszeit, war allen Anwesenden deutlich anzumerken. „Wir freuen uns auf ein tolles, lustiges, durchgeknalltes und friedliches Murg“, rief Zunftmeister Roland Ebner aus der Bütte heraus.

Dass die Murger Narrenzunft das Großereignis und alle anderen Aktivitäten vom ersten Faißen bis zum Aschermittwoch reibungslos über die Bühne bringen wird, daran hatte beim Neujahrempfang keiner Zweifel. „Es läuft und es läuft bestens“, lobte Hans-Jürgen Dietrich als Präsident der Vereinigung Hochrheinischer Narrenzünfte. Aber getreu dem Motto „Was sich liebt, das neckt sich“, konnten sich die geladenen Narrenfreunde aus der Region den einen oder anderen Seitenhieb natürlich nicht verkneifen. Nebst gedrückten Daumen für gutes Wetter, hatten die Öflinger Narren auch gleich noch was für Ebners rauchige Stimme parat.

Gute Stimmung: die Worte waren herzlich, die Reden kurzweilig und die Laune der geladenen Gäste, darunter befreundete Narrenzünfte und Murger Persönlichkeiten, war bestens. Bild: Maria Schlageter
Gute Stimmung: die Worte waren herzlich, die Reden kurzweilig und die Laune der geladenen Gäste, darunter befreundete Narrenzünfte und Murger Persönlichkeiten, war bestens. Bild: Maria Schlageter

Der Zunftmeister nahm den Tee und die Halspastillen mit einem Augenzwinkern entgegen und hatte sofort auch einen Sündenbock gefunden, falls das Wetter tatsächlich schlecht sein sollte: Bürgermeister Adrian Schmidle. „Bei Sonnenschein habe ich das Wetter gemacht“, erklärte Ebner. Schmidle ist indessen nicht nur Rathauschef, sondern auch Narrengötti und Schirmherr des Narrentreffens. Folglich war der Neujahrsempfang für ihn ein Pflichttermin, oder wie Ebner feststellte: „Er ist zum ersten Mal freiwillig hergekommen.“ Im nächsten Jahr wolle er dann lieber wieder Skifahren gehen, gab Schmidle zu. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, den Narrenmarsch auf der Trompete zu blasen.

Eine „Härte-Kur“ zur Entspannung für die Zeit nach den Strapazen des Narrentreffens bekam Zunftmeister Roland Ebner vom Fröscheloch-Echo aus Niederhof überreicht.
Eine „Härte-Kur“ zur Entspannung für die Zeit nach den Strapazen des Narrentreffens bekam Zunftmeister Roland Ebner vom Fröscheloch-Echo aus Niederhof überreicht.

Nicht mit von der Partie ist beim Narrentreffen die Narrenzunft Bad Säckingen. Zunftmeister Rolf Meyer überreichte daher schlicht ein Foto von sich selbst, um es auf er Ehrentribüne aufzustellen. Porträts in Erinnerung an einen illustren Abend im Gallusturm waren das Präsent der Wehrer Narrenzunft, während die Laufenburger Narro-Altfischerzunft ein „wertvolles Geschenk“ überreichte. Zunftmeister Claus Epting gab Orden zurück, die auf "unerklärliche Weise" in Laufenburger Hände geraten waren. So war der Empfang von einer Heiterkeit geprägt, die sich die Murger Narren bewahren wollen.