Der Murger Gemeinderat kann sich nicht dafür erwärmen, die kommunalen WLAN-Hotspots wieder vom Netz zu nehmen. In einem von Bürgermeister Adrian Schmidle am Montag eingeholten Meinungsbild machte sich kein einziges Gemeinderatsmitglied eine entsprechende Forderung des Vereins Lebenswerter Hochrhein zu eigen. Die Gemeinde Murg bietet ihren Bürgern derzeit in zehn öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen einen unverschlüsselten WLAN-Zugang an.

Vor einer Woche hatte unsere Zeitung am 7. März darüber berichtet, dass Lebenswerter Hochrhein die Gemeinde darum bittet, öffentliche Plätze und Einrichtungen WLAN-frei zu halten: „Unsere Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit den Bürgern ein Leitbild erstellt und tut sehr viel für ein angenehmes und gutes Leben in Murg. Umso-mehr verwundert es uns, dass man sich in dieser Hinsicht dem Zeitgeist beugt und glaubt, auch unsere öffentlichen Einrichtungen mit WLAN versorgen und uns damit belasten zu müssen.“ Der Verein verlangte Rücksicht auf elektrosensible Menschen zu nehmen.

Der Ortschaftsrat Niederhof reagierte mit einer Stellungnahme, die Ortsvorsteherin Edith Becker am Montag im Gemeinderat verlas. Darin heißt es zur Forderung von Lebenswerter Hochrhein unter anderem: „Wir verstehen die Besorgnis der Bürger, sind jedoch der Meinung, dass wir uns der Weiterentwicklung der Digitalisierung nicht verschließen können und entsprechende Vorkehrungen treffen müssen, um unseren Bürgern die Möglichkeit zu geben, digitale Plattformen zu nutzen.“

Bürgermeister Adrian Schmidle holte im Gemeinderat ein Meinungsbild ein. Otto Frommherz (CDU) und Wolfgang Fürst (FW) betonten, dass derlei Einrichtungen zur Infrastruktur gehörten, die Bürger von ihrer Gemeinde erwarteten. Georg Kirschbaum (SPD) legte Wert auf die Feststellung, dass es sich bei den Hotspots um eine „andere Form der Strahlung“ als bei Mobilfunkantennen handele: „Sie ist nicht getaktet.“ Klaus Bossert (Grüne) regte an, den Hotspot in der Murgtalhalle während der Unterrichtszeit abzuschalten.

Murg hat zehn öffentliche Hotspots, dazu einen im Naturbad, für dessen Nutzung eine Anmeldung notwendig ist. Das WLAN im Rathaus ist verschlüsselt. In der Nachbarschaft bietet Bad Säckingen seinen Bürgern 36 kommunale Hotspots an, die Stadt Waldshut-Tiengen hat 14 eingerichtet, die Stadt Laufenburg bisher keinen. Die Stadtverwaltung Wehr beantwortete eine am Dienstagvormittag gestellte Anfrage bis Mittwochnachmittag nicht.