Miriam Lüthy aus Murg und Hannah Baier aus Hänner haben sich bereit erklärt, am 9. September für elf Monate nach Lima/Peru zu gehen, um dort das Kinderheim „Tablada de Lurin“ zu unterstützen. Wie die beiden 18-Jährigen am Dienstagnachmittag im „Weltlädeli“ von Murg in Anwesenheit von Roland Lauber und Angelika Frübus erklärten, freuen sie sich darauf, nach ihrer Schulausbildung nicht nur den 90 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren bei ihrer schulischen Ausbildung und der Bewältigung ihres Alltags zu helfen.

Gespannt auf andere Lebensumstände

Sie sind außerdem gespannt, ein anderes Land mit anderen Lebensumständen, das sich stark von Deutschland unterscheidet, kennenzulernen. Damit wollen sie ihren Horizont erweitern und sind sich sicher, dass ihnen das in ihrem zukünftigen Leben weiterhelfen wird. Beide haben sich schon mit der spanischen Sprache, die in Lima gesprochen wird, vertraut gemacht. „Natürlich wird zunächst die Verständigung vor allem mit Händen und Füßen stattfinden“, erklärten sie lachend.

Schere zwischen Reich und Arm groß

Die Kinder, die sie mit betreuen werden, stammen vor allem von alleinerziehenden Müttern, die es auch in Peru besonders schwer haben, über die Runden zu kommen. Sowohl die Schere zwischen Arm und Reich, als auch die Kriminalität ist in Peru sehr groß, sodass man sich abends nicht allein auf die Straße trauen kann, erklärte Hannah Baier. Sie hat sich offensichtlich schon auf die neuen Lebensumstände, die sie in Lima erwartet, eingestellt.

Christliche Werte im Blick

Beide Mädchen sind enge Freundinnen, die sich aus der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) kennen. Das Vermitteln christlicher Werte ist beiden wichtig. Ihre Eltern stehen voll hinter dem Projekt ihrer Töchter und unterstützen sie sowohl moralisch, als auch finanziell. Der entwicklungspolitische Freiwillige Dienst wird vom Bundesministerium für Zusammenarbeit (BMZ) finanziert und gefördert. Sowohl Roland Lauber, als auch Angelika Frühbus sind Mitglieder von „Faire Eine Welt“, der mit dem Weltlädeli in Murg eng verbunden ist.

Lauber hat zusammen mit drei Lehrern der deutschen Alexander-von-Humboldt-Schule in Lima, in der er sieben Jahre als Lehrer tätig war, 1985 dafür gesorgt, dass mit dem Bau an dem Kinderheim Tablada begonnen wurde, das dann zwei Jahre später eröffnet werden konnte. Seit dieser Zeit liegt ihm dieses Kinderheim am Herzen, sodass er zusammen mit dem Verein „Faire Eine Welt“ sowohl für Spenden als auch immer wieder für junge Menschen sorgt, die dort ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten. Angelika Frühbus war selbst vor zwei Jahren in Lima und ist vor der Arbeit, die im Kinderheim für die ärmere Bevölkerungsschicht geleistet wird, beeindruckt.