Murg Knallharter Texas-Blues im Hotzenwald

Jonn Del Toro Richardson im Café Verkehrt. Dreiwöchige Tournee durch drei Länder endet in Oberhof beeindruckend.

Mit einer furiosen Darbietung schloss der texanische Bluesgitarrist Jonn Del Toro Richardson am Dienstag im Oberhöfer Café Verkehrt seine dreiwöchige Tournee durch Frankreich, Belgien und Deutschland ab. Der an einem 2008 mit dem Grammy ausgezeichneten Blues-Album beteiligte Künstler wurde begleitet von Philippe Gautier an der Hammond Orgel und Denis Agenet am Schlagzeug. Kaum zu glauben, dass der Texaner aus Baytown und die beiden Franzosen der Formation „Bad Mules“ aus Nantes erst seit Beginn der Tournee zusammenspielen, so vertraut wirkte das Trio miteinander: Die Songfolge ergab sich auf Zuruf, alle Arrangements saßen perfekt, es wurde viel gelacht beim gemeinsamen Abschlusskonzert.

Gleich zu Beginn des ersten Sets, in dem durchweg von Richardson selbst komponierte Titel zu hören waren, demonstrierte der junge Texaner seine musikalische Bandbreite. Das Konzert begann mit dem schwungvollen Instrumentalstück „Triple Lindig“, dem der wuchtige Blues-Song „Love if you want it“ und das an Santana erinnernde „Man like that“ folgten. Wie der prominente Latin Rock-Musiker hat auch Richardson mexikanische Wurzeln. Seine Großmutter tourte mit einer Mariachi-Band durch die Staaten. Dass Jonn von ihr musikalische Gene geerbt hat, zeigte er Mitte des zweiten Sets mit einem Stück, das eindeutig mehr nach Mexiko als Mississippi klang. Das zuvor gespielte „Get me back to Texas“ wiederum ginge auch anstandslos als Country-Song durch.

Vor allem aber war im Café knallharter Blues zu hören. Richardsons kompromisslose Spielweise bedeutet bei jedem seiner Auftritte das Ende von ein oder zwei Gitarrensaiten. So auch in Oberhof. Doch der bullige Texaner spielte routiniert auf fünf Saiten seiner Fano das Stück zu Ende, ehe er zur Ersatzgitarre griff.

Singen kann der Mann übrigens auch. Seine Blues-Ballade „Tall pretty Baby“ beispielsweise intonierte er ohne Mikrofon und füllte mit seiner Baritonstimme trotzdem mühelos auch noch den letzten Winkel des gut besetzten Saals. Immer schneller wurde Richardsons, vom auf- und abschwellenden Klang der Hammond Orgel und den treibenden Beats des Schlagzeugs begleitetes Gitarrenspiel. Spätestens jetzt hatte er auch das Oberhöfer Publikum für sich gewonnen.

„Do you like that? Me too!“, rief Richardson in den Applaus hinein, als der letzte Ton seiner E-Gitarre verklungen war. Mit zwei Zugaben, einem stampfenden Blues-Song und einem mit dem Bottleneck gespielten Country-Blues, bedankte er sich am Ende bei seinen Zuhörern für deren Beifall und auch bei seinen beiden Begleitmusikern für die Tournee.

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