Murg James Armstrong zeigt sich im "Café Verkehrt" als Blues-Star zum Anfassen

James Armstrong aus Los Angeles begeistert die Zuhörer im Café Verkehrt mit dem typischen Hahnentanz und seiner Spielfreude.

Mit dem Blues-Sänger James Armstrong aus Los Angeles hatte die Hotzenwälder Kleinkunstbühne (HKKB) einen Weltklasse-Künstler nach Oberhof geholt. Zweimal schon wurde Armstrong für den Titel „weltbester Gitarrist“ nominiert. Mit seiner Tourband – der Henry Carpaneto Band – rockte er am Mittwochabend die Bühne im "Café Verkehrt".

„Dieser Mann ist einfach für den Blues und für die Bühne geboren“, schwärmte ein Konzertbesucher. Schlank, zurückhaltend gekleidet und mit Hut betrat Armstrong die Bühne. Doch dann schmetterte er mit seiner Gitarre einen durchdringenden Sound in den Raum, dass es kein Halten mehr gab: Für die nächsten dreieinhalb Stunden begeisterte der Bluessänger – einen Monat vor seinem 60. Geburtstag – seine alten und neuen Fans in Oberhof, die mitrockten.

Immer wieder fiel James Armstrong in diesen typischen Cock-Dance, stampfte den Beat aufs Parkett und verkörperte den Blues aus innigster Überzeugung. Unverkennbar auch der metropolitische Einfluss der amerikanischen Nordstaaten, die Armstrongs Karriere viele Jahre prägten. Mal kraulte er seine Gitarre, mal ließ er sie laut und mal leise miauen, um dann wieder in den Rhythmus seiner Bandkollegen einzusteigen.

War die Gitarre seine Geliebte oder war sie schon ein Teil von ihm selbst? Jedenfalls schenke James Armstrong seinen Fans an diesem Abend eine Darbietung, die alle Facetten des Blues ausdrückte: funky, groovy, und ganz und gar dem Blues verschrieben.

Dabei erwies Bandleader Henry Carpaneto ein außerordentliches Talent am Piano. Der Italiener, der bereits mit Otis Grand und Bryan Lee auf der Bühne stand, flimmerte einen Beat auf die Tasten, hinter dem viele Jahre an Disziplin, Bühnenerfahrung und eine große Liebe zum Blues stehen. Einzigartig war auch Emanuele Rivara am Schlagzeug; er spielte rasant und fordernd, ließ das Becken zuweilen betont gefühlvoll zischen. Bassgitarrist Eric Lebeau brachte den nötigen Groove hinein.

Mit Songs wie „Healing Time“, „Thrill is gone“ oder „Boogie Chillen“ zollte Armstrong auch anderen bekannten Bluesmusikern Tribut, die auf seinen Stil Einfluss hatten, so wie John Lee Hooker, Eddie Floyd oder BB King. Völlig unerreichbar gab sich Armstrong aber nicht: Zwei Mal während seiner Performance stieg er ins Publikum hinab, tanzte mit Besuchern, legte Veronika Thun seine Gitarre um und setzte sich an einen Tisch – umgeben von Fans, die sich riesig freuten, ihm so nah zu kommen. Bis zuletzt kostete das Publikum dieses besondere Konzert aus, das so schnell keiner vergessen wird, der dabei gewesen ist.

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