Rund um den Forst ist derzeit vieles im Umbruch. Die im Keller befindlichen Holzpreise durch den immens großen Borkenkäferbefall und die Umstrukturierung der Forstverwaltung zum neuen Jahr breiten den privaten Waldbesitzern große Sorgen. So war es nicht verwunderlich, dass der Schmiedeldicksaal in Hänner an der Informationsveranstaltung der Forstbetriebsgemeinschaft Vorderer Hotzenwald am Donnerstagabend mit Interessierten sehr gut gefüllt war. 

Informationen zum Holzpreis gab es von der Waldgenossenschaft Südschwarzwald und das Kreisforstamt Waldshut informierte über die neuen Organisationsstrukturen der Forstverwaltung ab dem neuen Jahr und über neue Fördermöglichkeiten im Privatwald. Die gute Nachricht lautete bei der Informationsveranstaltung: Waldbesitzer können eine Aufarbeitungshilfe 2019 bekommen, aber die Zeit drängt. Anträge müssen bis zum 6. Dezember gestellt sein.

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  • Aufarbeitungshilfe 2019: Ingo Rothe, im Kreisforstamt unter anderem zuständig für Förderungen, berichtete, dass es für dieses Jahr doch noch eine Aufarbeitungshilfe für die Waldbesitzer vom Land gibt. Für die Aufarbeitung des Schadholzes können sie rückwirkend eine finanzielle Unterstützung erhalten. Allerdings müssen die Anträge zwingend bis zum 6. Dezember beim Kreisforstamt Waldshut eingereicht werden. Das Kreisforstamt wird extra dafür ab kommender Woche im Landratsamt ein Büro einrichten. Dort wird den Waldbesitzern bei den Anträgen geholfen. Waldbesitzer mit kleineren Flächen können über die Forstbetriebsgemeinschaft Vorderer Hotzenwald einen Sammelantrag stellen. Anlaufstelle ist aber auch dafür das eigens eingerichtete Büro im Landratsamt. Antragsformulare sind beim Kreisforstamt erhältlich oder können im Internet (www.landwirtschaft-bw.info) abgerufen werden.
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  • Die Situation beim Holzverkauf: Norbert Schwarz, Geschäftsführer der Waldgenossenschaft Südschwarzwald, gab einen Überblick über den Holzverkauf 2019. Bisher wurden 21.631 Festmeter Holz geschlagen. Davon sind aktuell 82 Prozent bereits verkauft. Viel Holz ist aber noch nicht zu den Firmen gelangt. Die Holzpreise sind durch den enormen Anfall an Käferholz in den Keller gerutscht. „Wir sind auf einem historischen Preistief“, betonte Schwarz. Die Aufarbeitungskosten seien zum Teil nicht mehr kostendeckend. Zudem ist das Schadholz kaum mehr zu vermarkten. Frischholz sei jedoch gefragt, erklärte Schwarz. Allerdings sollten Einschläge nur nach Absprache mit dem Revierförster erfolgen.
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  • Schnelles und richtiges Handeln: Helge von Gilsa, Amtsleiter des Kreisforstamtes, richtete die dringende Aufforderung an die Waldbesitzer, jetzt das Käferholz aufzuarbeiten. Um dem Borkenkäfer aktiv zu begegnen, sei es wichtig, dass sich alle gemeinsam an der rechtzeitigen Borkenkäfersuche und der Bekämpfung beteiligten. Bezüglich einer Neuaufforstung sagte er: „Wir müssen neue Wege gehen, aber es wird nicht ganz einfach“. Elena Kummer ist die Borkenkäfermanagerin im Kreisforstamt. Sie betonte: „Wir befinden uns mitten im Klimawandel, wir müssen jetzt schon überlegen, wie es weitergehen kann.“ Die Fichte werde es diesbezüglich zukünftig nicht mehr packen. Es sei zu überlegen, welche Baumarten zukünftig in Frage kämen.
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  • Neue Organisationsstrukturen der Forstverwaltung: Die bisherige Organisation rund um den Forst fällt auseinander. Der Staatswald macht sich selbstständig. Der Privat- und Kommunalwald in den 29 Kommunen wird von den jeweils zuständigen Landkreisförstern betreut. Was bleibt: Die Beratung des Privatwaldes, sie erfolgt durch die Forstbehörde und ist auch zukünftig kostenfrei. Die Beratung umfasst alle mit dem Erhalt, der Pflege und Bewirtschaftung des Waldes zusammenhängenden Fragen. Was ändert sich: Die Betreuung zum Beispiel in den Bereichen Holzauszeichnung, Organisation oder die Holzaufnahme mit Holzlistendruck durch den Revierförster ist landeseinheitlich kostenpflichtig. Eine Abrechnung erfolgt auf Stundenbasis, bisher Festmeter/Hektar. Der Fördersatz im Bereich der fallweisen Betreuung beträgt künftig 70 Prozent. Der Waldbesitzer bezahlt somit 16,50 Euro pro Stunde, allerdings zuzüglich der Umsatzsteuer in Höhe von 10,45 Euro. Die Umsatzsteuer ist nicht förderfähig.