Schon früh tönten am Samstagmorgen die Klänge des Musikvereins Oberhof durch die Straßen des kleinen Dorfes, aber irgendwie war alles farbenfroher als sonst. Thai Hung hatte mit seinen neun begleitenden Jünglingen hinter der Musik Aufstellung genommen und mit dem Marsch „Hochrheinklänge“ ging es zwei Straßen weiter zu Ngoc Tran Nicole, in Oberhof bekannt unter dem Namen Nicole Ngo, die er an diesem Tag zu heiraten beabsichtigte.

Das Brautpaar nach der standesamtlichen Zeremonie in der Orangerie.
Das Brautpaar nach der standesamtlichen Zeremonie in der Orangerie. | Bild: Josef Klein

Der Bräutigam, ganz in Blau gewandet, überließ seine Jünglingen die Brautgeschenke, die feierlich unter rotem Samt dem Bräutigam hinterher getragen wurden. Am Haus der Braut war selbige allerdings nicht zu sehen, dafür neun gelb gekleidete Brautjungfern, denen die Jünglinge die Brautgeschenke übergaben. Diese brachten die Geschenke ins Haus und nun war Spannung angesagt. Würden der Braut und der Brautmutter die Geschenke zusagen? Thai Hung hatte Glück: er wurde ins Haus gerufen, was bedeutete, dass die Hochzeit stattfinden konnte.

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Zelebriert wurde die Hochzeit in der Orangerie in Bad Säckingen von der Standesbeamtin Ursula Schöneich. Überrascht war das Paar, dass Nicoles Flötenkolleginnen, Petra Lüttin, Laura Fühner und Selina Werner als Trio auftraten und die Hochzeitszeremonie mit drei Stücken umrahmten. Als besondere Überraschung hatte Dirigent Josef Klein das vietnamesische Lied „Beo Dat May Troi“ (Fliegende Gedanken) arrangiert, Claudio Kaltenbacher legte mit den Bongos einen sanften Beguine-Rhythmus darunter.

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Sodann durfte Thai Hung seine Frau erstmals legal umarmen, denn in Vietnam gehört Küssen in der Öffentlichkeit eher zu den Unsitten. Im Schlosspark spielte der Musikverein erneut auf und der Ehemann wurde damit überrascht, dass er beim Marsch „Hoch Badnerland“ den Taktstock schwingen durfte, während seine Frau die Flöte bediente. Weitere Solostücke rundeten den Nachmittag ab, der nächstes Wochenende in München mit der buddhistischen Zeremonie seine religiöse Fortsetzung findet.