Der gegenwärtige Trend, dass in Krisenzeiten mehr Bürger zu den Blutspendeterminen gehen, bestätigte sich am Dienstagnachmittag auch in Murg. Über 200 Personen kamen zur Murgtalhalle. Im Herbst 2019 waren es 175 Personen gewesen, zum Frühjahrstermin sogar nur 130 Personen.

Was Spendenwillige in Coronazeiten wissen müssen

„Ich muss die Leute loben, dass sie die Geduld hatten und sich sehr verständisvoll zeigten. Einige nahmen es auch mit Humor“, lobte Alexander Sieber, Blutspendereferent des Blutspendedienstes Baden-Württemberg und Hessen die Blutpender, die aufgrund der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus einiges an Wartezeit in Kauf nehmen mussten.

Wartende halten Abstand

Denn alles war anders. Corona eben. Was auf dem Bürgerplatz vor der Murgtalhalle auf den ersten Blick wie eine Kunst Performance aussah, war vielmehr das Bemühen der Blutspender, gebührend Abstand voneinander zu halten. So standen einzelne Menschen im Abstand von anderthalb bis zwei Meter aufgereiht über den ganzen Bürgerplatz. In die Murgtalhalle hinein ging es nur einer nach dem anderen, und nur, wenn derjenige kein Fieber hatte und nicht in einem Risikogebiet war.

Fiebermessen war ein Muss vor dem Einlass in die Murgtalhalle. Rechts Blutspendereferent Alexander Sieber.
Fiebermessen war ein Muss vor dem Einlass in die Murgtalhalle. Rechts Blutspendereferent Alexander Sieber. | Bild: Brigitte Chymo

Mit Mundschutz und durchsichtigem Gesichtsschutz und Fieberthermometer hatte Alexander Sieber seinen Posten im direkten Eingangsbereich bezogen, der als Schleuse diente. Auch die Presse kam da ohne Fiebermessen nicht durch. War alles okay, und die Hände desinfiziert, hieß es im Foyer wieder warten und sich mit gebührendem Abstand in der nächsten Warteschlange anstellen.

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Das Thema Sicherheitsabstand war auch der Grund, dass verschiedene Stationen der Blutabnahme anders liefen als sonst. Das Arztgespräch fand nicht in den Umkleidekabinen statt, sondern ebenfalls in der Halle hinter Paravents. Nach der direkten Blutabnahme blieben die Spender etwas länger liegen, anstatt in einen Ruhebereich und anschließend zum Vesper zu gehen. Das fiel aus, dafür gab es eine Lunchbox mit nachhause.

Eine große Welle der Hilfsbereitschaft: Mehr als 200 Bluspender kamen am Dienstnachmittag in die Murgtalhalle, um Blut zu spenden. Im Herbst waren es 175 Personen.
Eine große Welle der Hilfsbereitschaft: Mehr als 200 Bluspender kamen am Dienstnachmittag in die Murgtalhalle, um Blut zu spenden. Im Herbst waren es 175 Personen. | Bild: Brigitte Chymo

Mit in der Warteschlange stand auch Petra Schlageter aus Murg, eine routinierte Blutspenderin. Sie war bereits zwölf Mal zum Spenden und zeigte keine Angst vor Corona. Weil gerade in diesem Rahmen die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, sagte sie.

Alle Helfer trugen Mundschutz. Im Bild links Petra Baumgartner vom Arbeitskreis DRK Murg bei der Anmeldung.
Alle Helfer trugen Mundschutz. Im Bild links Petra Baumgartner vom Arbeitskreis DRK Murg bei der Anmeldung. | Bild: Brigitte Chymo

Auch Annica Baier aus Murg ließ sich durch Corona nicht abhalten. Die Erstspenderin wollte schon immer mal spenden: „Meine Mutter war schon 41 Mal. Bei mir hat es aber nie geklappt. Und heute hat alles gepasst.“

Auch zwischen den Blutspendern wurde auf ausreichend Abstand geachtet.
Auch zwischen den Blutspendern wurde auf ausreichend Abstand geachtet. | Bild: Brigitte Chymo

Am Abend waren dann anstatt der erwartenden 150 bis 160 Personen überraschende 203 Blutspender gekommen und alle Lunchboxes weg. 30 der Spender waren Erstspender, acht weitere, die gerne zum ersten Mal gespendet hätten, zogen wieder von dannen: „Wir haben einige weggeschickt, weil wir so viele Spender wie möglich durchschleusen wollten. Und für Erstspender brauch es durch die Aufnahme viel Zeit. Die Betroffenen hatten aber Verständnis“, erzählt Sieber. Insgesamt waren 13 Helfer im Einsatz, sieben Personen vom Blutspendedienst und sechs vom Arbeitskreis DRK Murg.