Der Murger Ortsteil Oberhof hat etwas mit Städten wie Linz, Stuttgart oder Mühlheim an der Ruhr gemeinsam, denn dort gastierte die holländische Band Tristan, bevor sie am Samstagabend auf Einladung der Hotzenwälder Kleinkunstbühne ihre Minitournee durch Österreich und Deutschland im Café „Verkehrt“ vorläufig beendete. Der nächste Teil der „Spice of five“-Tour führt die Musiker 2020 nach Großbritannien, wo sie neben dem Besuch der Bright Star Awards Nominations noch drei weitere Konzerte geben. 

Im Café „Verkehrt“ betraten die Musiker die Bühne pünktlich zum angekündigten Konzerttermin und legten gleich mit einem kraftvollen, funky Intro los bis kurz danach Sängerin Evelyn Kallansee ihren Platz am Mikro einnahm und mit dem Lied „Jacket In The Van“ die Stimmung vorgab. Das Publikum ließ sich dann auch ohne Anstrengung zum Tanzen auffordern und so war die Atmosphäre von Beginn an locker und entspannt.

„Wir freuen uns sehr, hier zu sein, an diesem speziellen Ort“, begrüßte die sympathische Holländerin die Gäste im Café. „Alle unsere Songs sind selbstgeschrieben“, betonte sie.

Das Programm war vielseitig. Funk und Soul, gespickt mit Jazzelementen, aber auch Reggae und Rock wurden gekonnt in die Songs eingebaut. Der Musikstil gilt in Fachkreisen als Acid Jazz. Man sah die Freude, mit der diese Vollblutmusiker ihre Instrumente beherrschen. Und überhaupt: An Soli hat es nicht gemangelt. Besonders der Keyboarder Coen Molenar und der Gitarrist Bas Phaff stellten oft ihr virtuoses Können unter Beweis. Dies wurde von den Zuschauern mit anhaltendem Beifall belohnt.

Bei dem Song „Lost“, welcher mit eher ruhigen Klängen aufwartete und die glasklare Stimme der Sängerin hervorhob, steigerte sich der instrumentale Einsatz im Laufe des Liedes und am Ende verschmolzen alle Instrumente zu einem temporeichen und sehr gut aufeinander abgestimmten Finale. Vor der Pause plauderte Kallansee ein wenig über die Band: „Wir machen seit sechs Jahren zusammen Musik und haben seitdem fünf Alben herausgebracht. Das ist sehr produktiv.“

Dann ging es weiter mit energiegeladenen Songs, Soli, Tempiwechsel und einer gutgelaunten, fast immer schnipsenden, tanzenden Frontfrau, der der Spass an der eigenen Musik anzusehen war. Sie animierte das Oberhofer Publikum bei dem Lied „Feet Back On The Ground“ sogar zum Mitsingen.

Während der von den Gästen eingeforderten Zugabe, stimmte der Bassist Frans Vollnik mit grandioser Unterstützung des Schlagzeugers Sebastiaan Cornelissen ein Bassolo an, welches über mehrere Minuten die Zuschauer im Bann hielt. Nach fast zwei Stunden erstklassiger Musik beende Tristan sein Konzert und ließ sich vom Publikum feiern.