Der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Vorderer Hotzenwald Adrian Schmidle ging bei der jüngsten Mitgliederversammlung in Hänner auf die Forderung ein, die er beim Besuch des Land- und Forstministers Peter Hauck am 7. März in Birkendorf gestellt hat. Dabei ging es vor allem um die Gleichstellung der Forstbetriebsgemeinschaften und Waldgenossenschaften bei der finanziellen Förderung.

Rückblick auf vergangene zwei Jahre

Der Geschäftsführer der FBG, Reiner Hegar, gab einen kurzen Rückblick auf die wichtigsten Veränderungen der vergangenen zwei Jahre. Seit dem 1. Januar 2018 ist die FBG Mitglied in der Waldgenossenschaft Südschwarzwald (WGS) und hat die Holzverkaufsgeschäfte an diese übertragen.

Zeitgleich wurden auch die Betreuungen der Forstbetriebsgemeinschaften Häusern, Dachsberg, Menzenschwand und Weilheim beendet, weil diese auch selbstständige Mitglieder in der WGS wurden. Hegar erinnerte auch an die langjährige Arbeit von Pia Rochelt, die in den vergangenen Jahren von Ute Macht übernommen wurde. Beiden Frauen sprach Hegar großen Dank aus.

Für Hegar selbst sind die Gestaltungsmöglichkeiten in der FBG noch heute eine Freude und er dankte dem Vorstand für die Unterstützung. Freudig konnte er mitteilen, dass in nahezu 30 Jahren seit Bestehen der FBG bis heute keine Rechtsstreitigkeiten oder Zahlungsausfälle entstanden sind. Trotzdem hat er bei den Mitgliedern für eine Ablösung bei den Wahlen im nächsten Jahr geworben.

Finanzlage gut

Der Steuerberater der FBG, Hannes Probst, präsentierte die Jahresabschlüsse und berichtete von einer soliden Geschäftsführung mit guten Gewinnen.

Probleme mit Borkenkäfern

Elena Kummer ist eigens als Borkenkäfersachverständige des Kreisforstamtes zur Sensibilisierung der Waldbesitzenden angetreten. Es geht darum, die exponentiell wachsende Borkenkäferentwicklung durch geeignete Maßnahmen zumindest zu schwächen. In der Diskussion wurde klar, dass dies bei Vorschädigung des Baumes, bei steigenden Temperaturen und nachhaltiger Trockenheit eine Herkulesaufgabe sein wird.

Situation beim Holzmarkt

Norbert Schwarz von der WGS und sein Kollege Stefan Rehm widmeten sich den Aufgaben, die angesichts der europaweiten Schäden durch Sturm und Schädlinge von über 100 Millionen Kubikmeter Holz bei der neu geschaffenen Waldgenossenschaft zu bewältigen sind. Die Kapazitäten in der Holz- und Sägeindustrie sind erreicht und der Holzpreis ist weniger das Problem als der Absatz.

Trotzdem hat die WGS bei etwa dem doppelten Holzangebot gegenüber Normaljahren einen Verkaufsstand von derzeit 85 Prozent erreicht. Das ist eine sehr zufriedenstellende Leistung. Dazu gehört auch die enge und abgestimmte Arbeit der Waldbesitzenden mit den zuständigen Revierleitern, die ihrerseits von der WGS informiert werden.

Überblick zur Forstreform

Markus Rothmund, Leiter des Forstbezirks West, gab einen Überblick zur Forstreform. Durch den kartellrechtlich bedingten Austritt des Staatswaldes aus dem bisherigen „Einheitsforstamt“ sind die Landkreise mit eigenen Modellen für den verbleibenden Gemeinde- und Privatwald gefordert.

Das Kreisforstamt hat dazu Vorschläge erarbeitet, die den bisherigen Bedürfnissen der Waldbesitzer entgegen kommen. Um auch die Kosten dieses Angebotes günstig zu halten, sind die finanzielle Unterstützung des Landes und der organisatorische Zusammenhalt möglichst aller Gemeinden und Forstbetriebsgemeinschaften unerlässlich.

Klimawandel

In der Diskussion mahnten die Waldbesitzer auch die Jäger an, die Waldverjüngung in Zeiten des Klimawandels mit einem geregelten Wildbestand zu unterstützen.