Unter dem Motto „lieber ein Wort zu viel als ein Schweigen zu wenig“ präsentierte das Duo Silvana und Thomas Prosperi – auch bekannt als das Duo "Faltsch Wagoni" – ihr Programm im Café verkehr in Oberhof. Das Publikum wurde durch ein stimmiges und in sich fließendes Abendprogramm mitgenommen. Themenwechsel vom Drehscheibentelefon mit der Wählscheibe über die Wahl und schließlich zur Urne hielten den Spannungsbogen bei dem zweistündigen Programm.

Ganze fünfzehn Lieder brachte das Paar mit ein, dabei zeigten sie sich auch bei der Wahl ihrer Instrumente erfinderisch. Passend zum Thema Bürokratie und Einbürgerungsverfahren trommelte Silvana Prosperi auf einem Aktenordner oder erträumte sich mit Kastagnetten neue exotische Nachbarn.

Das Künstlerpaar aus dem Landkreis Starnberg macht seit 1982 zusammen Musiktheater. Als Rezept für eine gute Beziehung sowohl privat als auch beruflich sagte Silvana Prosperi „man sollte nicht von Konflikten davonlaufen, sondern Probleme gleich klären.“ Silvana Prosperi sagte weiter „in den 37 Jahren, in denen wir zusammenarbeiten, sind wir nie mit einem Konflikt zwischen uns auf die Bühne, sondern haben ihn vorab geklärt.“

Silvana Prosperi betonte in dem neuen Stück „für die Liebe Sterben? Nein, wir leben für die Liebe.“ In dem anschließenden Lied kam auch die romantische Seite der beiden zu tage „unsere Seelen sind wie Komplizen, die fest zusammenhalten“ sangen die beiden.

Den liebevollen und neckenden Umgang untereinander machte den Abend zu einem sehr persönlichen Erlebnis. In der eigens erschaffenden Welt „Empörien“ repräsentierte Thomas Prosperi das Volk. Er sagte „es ist die Heimat der empathischen Europäer.“ Das Publikum bekam auch eine Wegbeschreibung „es ist kein Ort, sondern eher ein Zustand, es geht um die eigene innere Zuständigkeit“ so Thomas Prosperi.

Das Paar scheute sich nicht auch die heikelsten Themen anzusprechen, dabei brachten sie die Probleme der Zeit wie dem Lobbyismus mit den Vergleichen „Regieren ohne Lobby wäre wie Alpen ohne Schneekanonen oder Daimler ohne Stickoxide“ auf den Punkt.

Mit dem Cafe-Verkehrt verbinden die beiden Künstler auch ihre Anfangszeit, bereits in den 80 er Jahren hatten sie hier einen Auftritt. „Zuletzt“ so Silvana Prosperi „waren wir vor sechs oder sieben Jahren hier.“

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